{"id":9443,"date":"2022-07-20T09:46:02","date_gmt":"2022-07-20T07:46:02","guid":{"rendered":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/?p=9443"},"modified":"2022-07-26T09:58:38","modified_gmt":"2022-07-26T07:58:38","slug":"early-works-mein-fruehwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2022\/07\/20\/early-works-mein-fruehwerk\/","title":{"rendered":"Early Works: Mein Fr\u00fchwerk"},"content":{"rendered":"<p>Im Alter von 13 Jahren begann ich auf der alten klassischen Gitarre (Aria) meines Vaters die ersten Akkorde, Akkordfolgen und klassischen St\u00fcckchen zu klampfen. Kurz danach besorgte ich mir ein Elvis- und ein Beatles-Songbook (in Klaviernotation) bekam die Lieder, die mir zum \u00fcberwiegenden Teil kaum bekannt waren aber nicht mal im Ansatz zum klingen. Heute wei\u00df ich, dass mich die Notation komplett \u00fcberforderte, die Tonarten nicht mit den Aufnahmen \u00fcbereinstimmten und die Gesangslagen f\u00fcr mich ausnahmslos viel zu hoch lagen. Das hat mich aber nicht davon abgehalten trotzdem weiter vor mich hin zu klimpern.<!--more--><\/p>\n<p>Als ich mit 16 f\u00fcr ein Schuljahr in die USA ging, passierte dann intuitiv genau das, was nach dem Lehrbuch des informellen Lernens der n\u00e4chste, logische Schritt ist. Weil ich die Lieder der anderen nicht nachspielen und singen konnte, fing ich an mit meinen bescheidenen Mitteln und Kenntnissen eigene Songs zu schreiben: Melodie, Akkordfolgen, Texte, alles zigfach durchgespielt, sch\u00f6n in Form gebracht und handschriftlich sauber in ein Blockheft geschrieben. So entstanden im Laufe der Monate und Jahre die allerersten englischsprachigen Songs und sp\u00e4ter auch ein paar deutsche Lieder, Instrumentalst\u00fccke kamen erst danach. Dieses mehr als 30 Jahre alte Heft und einige weitere besitze ich noch heute und alle Jubeljahre bl\u00e4ttere ich es durch und spiele ein paar Songs an. Obwohl da nur Texte und Akkordsymbole stehen, kann ich noch jede Melodie und Textverteilung sofort aus meinem Ged\u00e4chtnis abrufen, spielen und singen. Ich blicke zur\u00fcck auf ca. 20-30 Songs, die ich nie vor Publikum gesungen oder aufgenommen habe, kein anderer als nur ich kennt sie.<\/p>\n<p>Was auch immer in meinem Leben passiert ist, wo auch immer ich war oder was ich getan habe, nebenbei habe ich immer weiter Songs geschrieben, ca. 5-10 pro Jahr, jahrelang, jahrzehntelang, bald brauchte ich ein zweites Heft und irgendwann habe ich meine Notizzettel nicht mehr sauber abgeschrieben, sondern als Worddatei angelegt. Ende der 1990er habe ich erstmals einige aktuelle Songs aufgenommen und ver\u00f6ffentlicht, 2004 erschienen 12 eigene Songs auf meinem Debutalbum (\u201e2174\u201c). Seitdem ver\u00f6ffentliche ich alle paar Jahre weitere Alben und Singles mit eigenen Songs. Bin ich ein Songwriter, weil ich seit Jahren und immer wieder eigene Songs schreibe? Keine Ahnung. War keine bewusste Entscheidung, passiert halt einfach immer wieder, kann ich nichts gegen machen und warum sollte ich? Macht Freude, ist erf\u00fcllend, kostet nichts und tut keinem weh. Ob andere meine Songs anh\u00f6ren oder gut finden, ist f\u00fcr den Entstehungsprozess nicht relevant, eher schon f\u00fcr den Produktions- und Vermarktungsprozess.<\/p>\n<p>Weil bei mir in diesem Jahr ein besonderer Geburtstag ansteht, habe ich die ganz fr\u00fchen Sachen mal wieder durchgesehen und m\u00f6chte meinem alten, jungen Ich eine W\u00fcrdigung in Form einer aktuellen Studioproduktion bescheren. Aus den ganz fr\u00fchen Sachen (1988-91) habe ich zwei Songs ausgesucht, die ich mir gerade vornehme und mit meinen Produktionserfahrungen der letzten Jahre aufarbeite. Darunter der erste, zarte Song, den ich \u00fcberhaupt geschrieben habe (\u201eYou want me on my knees\u201c) und ein deftiger Blues (\u201eSame damn thing\u201c), bei dem f\u00fcr mich songschreiberisch eine erste, k\u00fcnstlerische Reife zu erkennen ist und der produktionstechnisch jetzt das volle New-Orleans-Treatment (\u201eRockin\u2018 Pneumonia\u201c &#8211; Huey \u201aPiano\u2018 Smith) bekommt.<\/p>\n<p>Mal sehen, was dabei rauskommt, im Moment gehe ich ran, als wenn jemand anders die Songs geschrieben hat und versuche sie neu zu interpretieren (z.B. Piano statt Gitarre) und das ist gar nicht so schwer, weil ich eben Songs geschrieben habe und keine Arrangements, deswegen ist da viel Gestaltungsraum. Falls das gut geht, habe ich noch ca. 20 Songs aus den 1990ern in einem weiteren Heft, aus denen ich eine Auswahl treffen und die in einer umfassenden Produktion zu einem Album zusammenfassen k\u00f6nnte. Arbeitstitel: Early Works. Passt auch ganz gut, weil alle aktuell geschriebenen Songs mit der EP \u201eThis Is\u201c (2022) abgearbeitet wurden. Nach einem halben Jahrhundert darf man mal auf seine Anf\u00e4nge zur\u00fcckblicken, vielleicht muss man es auch? Was meint ihr?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Alter von 13 Jahren begann ich auf der alten klassischen Gitarre (Aria) meines Vaters die ersten Akkorde, Akkordfolgen und klassischen St\u00fcckchen zu klampfen. 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