{"id":9628,"date":"2022-10-20T19:39:05","date_gmt":"2022-10-20T17:39:05","guid":{"rendered":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/?p=9628"},"modified":"2022-10-24T12:19:01","modified_gmt":"2022-10-24T10:19:01","slug":"noten-tab-jerry-reed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2022\/10\/20\/noten-tab-jerry-reed\/","title":{"rendered":"Noten \/ TAB: Jerry Reed"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Jerry Reed - &quot;Hallelujah I Love Her So&quot;\" width=\"584\" height=\"438\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PUXAbyNsSK0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>\u201cI write songs and I sing like a bird,<br \/>\nI play licks on my guitar like you ain\u2019t never heard,<br \/>\nBut I\u2019m down on my luck, things are just a little slack,<br \/>\nI got a quarter in my pocket and a shirt on my back,<br \/>\nBut you buy me some supper, give me a place I can sleep,<br \/>\nAnd I\u2019ll sing you some songs, that\u2019ll knock your hat in the creek.\u201d<br \/>\n[\u201cTupelo, Mississippi Flash\u201d]<\/p>\n<p>Jerry Reed war ein US-amerikanischer S\u00e4nger, Songschreiber, Schauspieler, allem voran aber ein Ausnahme-Fingerpicker, der vollkommen neue Ma\u00dfst\u00e4be setzte. Geboren 1937 in Atlanta, Georgia, verbrachte er die ersten Jahre seiner Kindheit getrennt von seinen Eltern in Pflegefamilien und Kinderheimen. Das Gitarrenspielen brachte er sich auf einer billigen spanischen (klassischen) Gitarre selbst bei. Nach der Highschool machte er mit 18 Jahren seine erste Aufnahme, viele weitere obskure Singles bei kleinen Firmen sollten folgen. Erst 1967, (Reed war da schon 30 Jahre alt) wurde sein legend\u00e4res Debutalbum \u201cThe Unbelievable Guitar and Voice of Jerry Reed\u201c (RCA Victor) ver\u00f6ffentlicht und setzte ihn ein f\u00fcr allemal auf die musikhistorische Landkarte. Das Album enthielt die sp\u00e4teren Klassiker \u201eGuitar Man\u201c, \u201eUS Male\u201c und das virtuose Meisterwerk \u201eThe Claw\u201c. Innerhalb weniger Monate folgten weitere Alben wie \u201eNashville Underground\u201c (1968) mit Tracks wie \u201eA Thing called Love\u201c und \u201eTupelo Mississippi Flash\u201c, im selben Jahr \u201eAlabama Wild Man\u201c (1968) mit den herausragenden Titelsong, \u201eLove Prints\u201c oder seiner ph\u00e4nomenalen Interpretation des alten Traditionals \u201eHouse of the Rising Sun\u201c. Viele weitere Alben mit vielen Hits sollten folgen.<!--more--><\/p>\n<p>&#8222;A little four-piece band was jammin\u2018, so I took my guitar and I sat in, I showed \u2018em<br \/>\nwhat a band would sound like with a swingin\u2019 little guitar man, show \u2019em son.&#8220;<br \/>\n[\u201eGuitar Man\u201c]<\/p>\n<p>Reeds Gitarrenspielstil schloss an an bestehende Traditionen, setzte sich aber auch radikal von ihnen ab. Sofort erkannt und anerkannt wurde das von dem \u00dcbergitarristen und Musikproduzenten Chet Atkins, der Reed protegierte, f\u00f6rderte, animierte und produzierte. K\u00fcnstlerischen Ausdruck fand die Zusammenarbeit und enge Freundschaft in den beiden Instrumentalalben \u201eMe and Jerry\u201c (1970) und \u201eMe and Chet\u201c (1972). Reed spielte von Anfang an und haupts\u00e4chlich klassische nylonbesaitete Gitarren, verwendete kein Plektrum, sondern zupfte (pickte!) mit Fingern und mit einem Daumenpick aus Plastik. In sein selbstentwickeltes, origin\u00e4res Spiel integrierte er amerikanisches Fingerpicking, Bluesphrasen, rock &amp; rollige Doublestopps, klassische Arpeggien, Banjorolls, Stringcrossing, Funklines, er verwendete Folk- und Bluesakkordfolgen, erweiterte Jazzharmonik und barocke Zweistimmigkeit (!). Dass es ihm gelang diese unfassbare Vielseitigkeit selbst zu entwickeln und unter der \u00dcberschrift Countrymusik als gut gelaunte Unterhaltungsmusik zu pr\u00e4sentieren, darf r\u00fcckblickend wohl als musikhistorisches Wunder und als g\u00fctige F\u00fcgung des Schicksals angesehen werden. Hilfreich waren dabei Reeds bodenst\u00e4ndigen, zeitgem\u00e4\u00dfen und oft sehr witzigen Songtexte und seine kumpelhafte, nahbare Pr\u00e4sentation seiner Musik in Fernsehshows und bei Konzerten. Dabei r\u00fcckten seine unbestrittenen gitarristischen Qualit\u00e4ten oft genug in den Hintergrund, vielleicht auch deswegen, weil er selbst sich darauf nicht allzu viel einbildete. Zu seinen herausragenden Instrumentalkompositionen musste er zu Beginn seiner Karriere von seinem Mentor Chet Atkins angeblich geradezu gedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HQaEmRB9p4c\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HQaEmRB9p4c<\/a><\/p>\n<p>Nach Noten oder Tabs seiner Musik suchte man in der Vor-Internetzeit nahezu vergeblich. Selten gab es mal eine Transkription in einem Gitarrenmagazin, von Buster B. Jones erschienen in den 1990ern Instruktionsvideos auf VHS, sp\u00e4ter DVD, die musste man allerdings erstmal finden und dann in den USA bestellen. \u201eThe Guitar Style of Jerry Reed\u201c (1994) von Craig Dobbins mit einem Interview und vielen Insiderinformationen (alternative Stimmungen) erschien erstmals beim gro\u00dfen Verlag Hal Leonard. Craig Dobbins bietet auf seiner Webseite (craigdobbins.com\/index2.html) die Zusammenstellungen \u201eReedology: The First 10 Albums mit Ausz\u00fcgen aus den ersten zehn Studioalben an, au\u00dferdem hat er mit \u201eThe Jerry Reed Collection\u201c einige Tracks vom Album \u201ePickin\u2018\u201c im Angebot. Bei Youtube machte ab 2009 Phil Hunt (muzikman74) mit etlichen originalgetreuen Re-Works auf sich aufmerksam und pr\u00e4sentierte dazu auch einige kostenlose Erkl\u00e4rvideos. 2017 folgte als vorerst neueste Buchver\u00f6ffentlichung \u201eJerry Reed. A step-by-step Breakdown of his Guitar Styles &amp; Techniques\u201c von Dave Rubin. Letzte Quelle sind die hochwertigen Kompletttranskriptionen der franz\u00f6sischen Transkripteure Francois Leduc (<a href=\"https:\/\/www.francoisleduconlinelibrary.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">francoisleduconlinelibrary.com<\/a>) oder Valentin Voyen (<a href=\"http:\/\/transcriptionslibrary.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">transcriptionslibrary.com<\/a>), die man zum Teil auf Youtube mit unterlegter Originalaufnahme findet und\/oder als PDF kostenpflichtig bestellen kann.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"The Claw - Jerry Reed (Transcription)\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/LKnZ7Je_mUA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Jerry Reed - Hallelujah, I Love Her So - Guitar Transcription\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/MPm7gDPsI5s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Sinnvoll ist bei Transkriptionen von Reeds Musik eine Kombination aus Notenschrift und Tabulatur, weil man seine Spieltechnik nicht gut entzifferbar allein in Noten darstellen kann. Griffpositionen und Fingers\u00e4tze sind hier alles entscheidend f\u00fcr Spielbarkeit, Sound, Effekt und Groove. Er verwendet u.a. alternative, sehr individuelle Stimmungen, Leersaiten in hohen Lagen, Stringcrossing und zus\u00e4tzlich etliche Tricks und Kniffe, f\u00fcr die es teilweise noch gar keine Namen gibt (z.B. das kontinuierlich nach oben schieben des Kapodasters in den Zwischenteilen von \u201eTupelo Mississippi Flash\u201c).<\/p>\n<p>&#8222;Well, I worked all them joints from the east to the west,<br \/>\nNever making no money and a starving to death,<br \/>\nA living on coffee and cold sardines,<br \/>\nSoda crackers and pork n beans.<\/p>\n<p>But I finally went to Music City USA,<br \/>\nSaid I&#8217;m the Alabama Wild Man and I&#8217;m here to stay,<br \/>\nTook my guitar and showed &#8218;em what I&#8217;m talking about,<br \/>\nSo we made a little record and we put it out.&#8220;<br \/>\n[\u201cAlabama Wild Man\u201d]<\/p>\n<p>Es ist sehr lohnenswert Reeds St\u00fccke zu erlernen, nachzuvollziehen wie er beim Arrangement vorgeht, wie musikverliebt, virtuos, variantenreich, geschmackvoll, humorvoll und kreativ er sein Spiel gestaltet ohne jemals in Effekthascherei zu abzugleiten. Ein bescheidener Meister und wahrer Erneuerer seines Fachs. Interessant auch, dass er ein Zurechtleger war, ein Komponist, kein Improvisateur, auch wenn es bei Mitschnitten manchmal so wirkt, weil er ein entfesselter Performer und Entertainer war, sein Spiel ist indes immer vorbereitet und kontrolliert, so gut wie nie weicht er von einmal festgelegten Passagen ab. \u00c4hnlich \u00fcbrigens wie bei seinen Songtexten und Ansagen, sie wirken immer leicht und beschwingt, wie gerade aus dem \u00c4rmel gesch\u00fcttelt, mit Pausen und eigenen Lachern, sind aber dramaturgisch und bzgl. Pointen messerscharf auf den Punkt gebracht.<\/p>\n<p>\u201cWell, now I&#8217;m driving, the Cadillac&#8217;s a city block long,<br \/>\nThe Alabama Wild Man could do no wrong,<br \/>\n&#8218;Cause I&#8217;m selling them records,<br \/>\nAnd I&#8217;m working them shows,<br \/>\nAnd people love me everywhere I go.\u201d<br \/>\n[&#8222;Alabama Wild Man\u201d]<\/p>\n<p>Jerry Reed war ein US-amerikanischer Ausnahmek\u00fcnstler mit vielen herausragenden Talenten. Sch\u00f6n, dass wir heute viele seiner Gitarrenspielinnovationen nachvollziehen und nachspielen k\u00f6nnen. Lasst uns sein musikalisches Erbe hegen und pflegen, spielen und in Ehre halten! Er war einer von den ganz, ganz gro\u00dfen Meistern seines Fachs und verdient es der Nachwelt in jeglich erdenklicher Form erhalten zu bleiben.<\/p>\n<p>\u201cI got talent boy, see back home they call me the Tupelo, Mississippi Flash.\u201d<br \/>\n[\u201cTupelo, Mississippi Flash\u201d]<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Jerry Reed And Chet Atkins Jerrys Breakdown\" width=\"584\" height=\"438\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Ni8KBhnebwE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cI write songs and I sing like a bird, I play licks on my guitar like you ain\u2019t never heard, But I\u2019m down on my luck, things are just a little slack, I got a quarter in my pocket and &hellip; <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2022\/10\/20\/noten-tab-jerry-reed\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,19,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9628"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9628"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9628\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9641,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9628\/revisions\/9641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}