{"id":9890,"date":"2023-02-23T12:01:48","date_gmt":"2023-02-23T10:01:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/?p=9890"},"modified":"2023-02-23T14:13:20","modified_gmt":"2023-02-23T12:13:20","slug":"foto-buch-bitte-nicht-wegwischen-jessica-wynne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2023\/02\/23\/foto-buch-bitte-nicht-wegwischen-jessica-wynne\/","title":{"rendered":"Foto\/Buch: \u201eBitte nicht wegwischen\u201c \u2013 Jessica Wynne"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-9889\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/BitteNichtWegwischenCover-1024x750.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/BitteNichtWegwischenCover-1024x750.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/BitteNichtWegwischenCover-300x220.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/BitteNichtWegwischenCover-768x562.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/BitteNichtWegwischenCover-1536x1124.jpg 1536w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/BitteNichtWegwischenCover-2048x1499.jpg 2048w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/BitteNichtWegwischenCover-410x300.jpg 410w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/>Jessica Wynne ist eine US-amerikanische Fotografin. Mit \u201eDo Not Erase\u201c ver\u00f6ffentlichte sie 2021 ihr erstes eigenes Fotobuch. Gezeigt werden mathematische Tafelbeschriftungen, Formeln, Rechnungen und Graphiken, aufgeschrieben und gezeichnet mit wei\u00dfer und farbiger Kreide auf schwarzen und dunkelgr\u00fcnen Wandtafeln. Nun erscheint das Buch in deutscher \u00dcbersetzung (\u201eBitte nicht wegwischen\u201c).<!--more--><\/p>\n<p>\u201eDo not erase\u201c steht auf einem kleinen Schildchen, das an die Tafel gelehnt wird damit sie von anderen nicht einfach saubergewischt wird um neues, anderes draufzuschreiben. Mathematiker im akademischen Betrieb, an Forschungseinrichtungen und Universit\u00e4ten tun das, wenn sie sich mitten in einem unabgeschlossenen Denkprozess befinden, aber den Raum mit der Wandtafel vor\u00fcbergehend verlassen. Mit den Tafelbeschriftungen werden die eigenen Ideen, Gedanken und L\u00f6sungsversuche festgehalten und anderen Interessierten nachvollziehbar gemacht. Es sind jedoch oft keine fertigen Konstrukte, sondern klassisches Work in Progress, das sich \u00fcber Stunden, ja Tage und Wochen ziehen kann. Die Gro\u00dfformatigkeit von Tafeln in Klassenzimmern und Vorlesungsr\u00e4umen setzt nochmal andere Prozesse in Gang als das Arbeiten auf kleinformatigem Papier. Hier kann man buchst\u00e4blich Abstand einnehmen und Kollegen und andere Personen(gruppen) an der Entwicklung teilhaben lassen.<\/p>\n<p>Jessica Wynne hat die eigene Kindheit auf dem Campus eines Internats verbracht, weil die Eltern dort als Lehrer arbeiteten und wohnten. Nachmittags, am Wochenende und in den Ferien verbrachte sie zusammen mit ihren Schwestern viel Zeit in den verlassenen Klassenzimmern mit stehengebliebenen Tafelbildern. Die waren wohl f\u00fcr ein Kind ohne weitere Heranf\u00fchrung zum gr\u00f6\u00dften Teil schwer oder gar nicht zu verstehen, wurden von ihr jedoch als eigene Kategorie mit \u00e4sthetischer Qualit\u00e4t wahrgenommen. Viele Jahre sp\u00e4ter entstand aus einer Begegnung mit dem Mathematiker Benson Farb das Konzept Tafelbilder zu fotografieren und die entstandenen Fotos zu sammeln. Mehrere Jahre besuchte Wynne Mathematische Institute und Kongresse im In- und Ausland und vertiefte sich immer mehr in das selbstgesetzte Thema.<\/p>\n<p>Im querformatigen Fotobuch ist rechtsseitig die Abfotografie des Tafelbildes auf wei\u00dfem Grund abgedruckt, links eine Kurzbio und der Versuch einer Erkl\u00e4rung oder zumindest inhaltlichen Umrahmung der Darstellung durch den verantwortlichen Mathematiker.<\/p>\n<p>Wynne versteht die Tafelbilder aus mathematischer Sicht nicht und auch f\u00fcr den Betrachter des Buches ist das nicht erforderlich. Ihr gelingt es sehr gut die bildliche Darstellung hochkomplexer mathematischer Gedankenverl\u00e4ufe auf eine \u00e4sthetische Ebene mit hoher k\u00fcnstlerischer Qualit\u00e4t zu \u00fcbersetzen. Nun kann man sagen, dass das Abfotografieren der Aufzeichnungen anderer noch keine k\u00fcnstlerische Leistung ist, aber das stimmt nicht. Wynnes Leistung ist es die Idee gehabt zu haben, den Gedanken verfolgt zu haben, viele Menschen kontaktiert und besucht zu haben. Sie hat Klassenzimmer und Vorlesungsr\u00e4ume betreten, die Fotos gemacht, sie ausgew\u00e4hlt, beschriftet, zusammengestellt und sie mit der Buchver\u00f6ffentlichung nebeneinander und gegen\u00fcbergestellt. Es ist daher im wahrsten Sinne des Wortes eine aufw\u00e4ndig kuratierte Komposition. Zwar ohne besonderen fotografischen Anspruch, aber mit hohem inhaltlichem und konzeptionellem Anspruch.<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint im Antje Kunstmann Verlag, hat 248 Seiten und kostet 40 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jessica Wynne ist eine US-amerikanische Fotografin. Mit \u201eDo Not Erase\u201c ver\u00f6ffentlichte sie 2021 ihr erstes eigenes Fotobuch. 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