New Orleans Urgent Care – Frenchmen St.

Gestern morgen habe ich mich gleich nach dem Aufstehen im Hostel nach einer nahegelegenen Arztpraxis erkundigt, flottes Fruehstueck und dann bin ich los. Ging wieder etwas besser als am Horrorabend zuvor, raus entlang Felicity zum Streetcar St. Charles und vor bis zum Circel, von da aus dann noch ein paar Blocks und um die Ecke und ich war bei New Orleans Urgent Care. Am Empfang war man freundlich, aber es waren 150$ Vorauszahlung angesagt, ich habe mit Kreditkarte bezahlt, hoffe ich kann das bei meiner Kasse geltend machen. Ich sagte etwas amuesiert, dass ich in meinem Leben noch nie fuer eine aerztliche Behandlung selbst haette bezahlen muessen. Eine Frau mit Gipsbein, die das mitgehoert hatte, grinste mich an und sagte trocken: „Welcome to America!“
Im Wartezimmer sassen wirklich nur erkennbar akut kranke Menschen, zum Spass geht hier bei den Preisen sicher keiner her. Ueberall haengen Glotzen mit billigem Privatfernsehen, sogar im Behandlungszimmer. Ein Krankenpfleger nahm meine Daten auf, dann kam der Arzt und beruhigte mich, Nagelbettentzuendung ja, aber ich war frueh dran und der Nagel koennte dran bleiben. Er verschrieb mir Penezellin und wuenschte mir viel Glueck auf meiner weiteren Reise, und ob er sonst noch was fuer mich tun koennte. Ja, sagte ich, mein rechtes Ohr sei verstopft, seit ich mehrere Naechte hintereinander mit Gehoerschutz geschlafen haette. Der Arzt verabschiedete sich und den Rest erledigte dann der Krankenpfleger. Er brauchte ewig, bohrte und kratzte an meinem Ohr rum, spuelte mit einer Spritze, dann wieder bohren, dann wieder Spritzen. Irgendwann sagte er mehr zu sich selbst: „It“s like a jungle in there.“ Und ich ergaenzte spontan: „and it  makes me wonder, how I keep from going under“ (Grandmaster Flash). Wir mussten beide lachen, es ging mir wieder etwas besser.
Danach die Tour wieder zurueck, kurzer Stop bei Walgreens um die Pillen zu holen, kleiner Snack beim Mexikaner, weil schon Mittag durch war und zurueck ins Hostel. Den halben Nachmittag schrieb ich am letzten Text, ist ja auch ziemlich lang geworden. Abends fragten dann zwei Maedels, ob ich Lust haette mit in die Frenchmen Street zu fahren, sie wuerden ein Taxi nehmen, Abendessen, vielleicht ein Konzert, wer kann da nein sagen?
IMG_2588Ich bin also mit noch einem anderen Australier mitgekommen. Die Maedels waren schon einmal gemeinsam in New Orleans gewesen und kannten sich ganz gut aus, sie fuehrten uns in einen netten Laden mit sehr kultivierter Livemusik am aeussesrten Ende der Frenchmen Street. Vom Couch Surfing beim letzten Mal kannten sie Roy, der stiess einige Zeit spaeter in Begleitung von drei weiteren jungen Damen noch hinzu. Wir assen zusammen, Roy hielt den Laden am Laufen, erzaehlte lustige Geschichten, stellte Fragen, provozierte originelle Antworten, schaute aber auch immer wieder auf“s Smartphone, lud weitere Freunde und Bekannte ein, organisierte eine kostenlose Fuehrung durch’s Viertel und im Anschluss Karten fuer eine Burlesque Show. Nach dem Essen haben wir uns die Zeit bis dahin etwas auf einem Kuenstlermarkt vertrieben, war nett.
IMG_2597Ich bin noch etwas mit, habe mich aber dann bald entschieden nach Hause zu gehen, ich musste noch durch’s Quarter und ein Streetcar erwischen, hat geklappt, ca. um 23.00 war ich im Hostel und gleich danach im Bett. Beim Fruehstueck wurde mir eben erzaehlt, dass die Burlesque Show grossartig gewesen sein soll, ich haette doch mitgehen sollen.
IMG_2595Jetzt erstmal Check Out aus dem Hostel und Mietwagen am Airport abholen. Es regnet und ist etwas kuehler geworden, also ein guter Grund weiter zu ziehen. Weiss noch gar nicht, wo ich heute Abend sein werde, evtl. kommen die Reiseberichte ab jetzt etwas unregelmaessiger, kann nicht sagen, ob es in den kleinen Motels in Mississippi auch ueberall Internet und zugaengliche Rechner gibt.

8 Kommentare zu „New Orleans Urgent Care – Frenchmen St.

  1. Okay – ich hasse mich selbst dafür, ist aber Berufskrankheit.

    Dennis, du wirst doch bitte eine Auslandsreisekrankenversicherung haben? Die Dinger kosten keine zehn Euro (im JAHR) und sind unersetzlich in Ländern wie Amerika! Heb die Belege auf, reich den Mist nach Ankunft in Deutschland ein und du kriegst die Kohle für Medikamente und Arztbesuch wieder (Abzüglich Selbstbeteiligung, in der Regel 50 €). Die Gesetzliche wird es nicht zahlen!
    Solltest du das nicht haben, schau dir mal, wenn du wieder in Deutschland bist, die Konditionen deiner Kreditkarte an. Oft ist da so eine Police in den Gebühren versteckt *Businesmodus off*

    Wünsch dir gute Besserung. Die Reiseberichte sind mittlerweile Pflichtlektüre geworden. Sehr, sehr spannend – weiter so

  2. Dennis- hey!
    hey- Dennis!

    hope all is well (especially regarding your toe) and you are enjoying yet another trip throughout the southern part of the US.

    dude- i must say i am simply taken aback at how you are out and about despite having a big family, teaching, recording (w/ several outfits) and what not!
    i really don’t have any idea how you manage to do all the things you do…
    this is plain ridiculous!

    now today i finally found some tym (and equally important: the right frame of mind) to actually sit down and read all of your interesting blog entries.
    and boy-oh-boy: i almost spilled a tear b/c i had so many memories coming back to me. you know i’ve been to all these places as well while i lived in the States…
    even better: my gypsy american girl by my side that took on the role of being my very personal travel guide w/ an in-depth-background-knowledge of all the national historic and music history…so seeing the pictures you took and reading all about it really got to me. overwhelming!

    i cannot wait to have coffee w/ you once you’re back hence i do hope you will count me in to that elite circle of friends you’ll have over at your home for storytym!
    😉

    nada brahma & namasté,

    • @Marius: Sure, I count you in. Alle mehrfachen Kommentatoren bekommen eine Einladung. Freue mich auch schon auf den gemeinsamen Abend. Stay tuned!

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