Noten: „Der Fuchs Fabio – Ukulelenschule“ – Benjamin Trapp

„Der Fuchs Fabio“ ist eine Ukuleleschule für Kinder im Grundschulalter (ca. 5-10 Jahre) und teilt sich auf in Melodiespiel, Akkordspiel und ein Schlusskapitel mit einfachen Spielstücken. Für die Präsentation gibt es im ersten Kapitel eine kleine Rahmenhandlung und für jede Instrumenten-Saite eine gezeichnete Figur. Dazwischen allerdings sehr viele Graphiken, Diagramme, Symbole, Zahlen, Infoboxen, Texte und Noten. Der Aufbau ist sehr schematisch und formelhaft, ziemlich abstrakt und leider gar nicht spielerisch oder kindgerecht. Für Lehrer oder Schüler gibt es kaum gestalterischen Spielraum oder Platz für eigene Experimente, nichts zum Ausmalen (alles farbig), dazu kommt, dass das glanzlackierte Papier mit Bleistift oder Buntstiften nicht beschrieben werden kann. Das ist auch deswegen ungünstig, weil Fingersätze weitestgehend fehlen (warum?).

Im ersten Kapitel gibt es keine einzige bekannte Melodie, es sind alles achttaktige Tonstudien, ja eigentlich Entzifferungs- und Leseübungen, da kann Grundschülern (und Lehrern!) schnell mal die Lust vergehen. Im Akkordkapitel werden Zähl- und Anschlagsübungen mit Ganzen, Vierteln und Achteln präsentiert, noch bevor überhaupt der erste Akkord vorgestellt wird und bei den Übungen bleibt es nahezu, erst gegen Ende des Kapitels werden einige echte, singbare Lieder vorgestellt. Das Schlusskapitel umfasst 10 leichte, sehr alte Kinder- und Volkslieder (ohne Fingersatz, aber mit Akkorden), irgendwas modernes oder originelles ist leider nicht dabei.

Als Ukulelespieler und erfahrener Lehrer fragt man sich, was wohl die Motivation für diese Ukulelenschule gewesen ist. Hat man vorher nicht die bereits vorhandenen Hefte gesichtet? Sich vielleicht gefragt, was man besser machen könnte? Wurde Aufbau und Inhalt wirklich im Unterricht an Grundschülern ausprobiert? Da würde man dann vermutlich schnell feststellen, dass „Summ, summ, summ“, „Alle meine Entchen“ und „Hänschen Klein“ vielleicht doch zu wenig und zu langweilig für heutige Kinder sind. Kein einziges Stück aus dem 20., geschweige denn dem 21. Jahrhundert, sorry, aber das ist schon sehr rückständig und schwach, wir leben doch nicht mehr im 19. Jahrhundert. Es gibt so viele schöne, zeitgemäße Melodien und Lieder.

Fazit: Da hätte man mehr draus machen können und müssen, der Notenmarkt hätte Platz geboten für eine weitere gute Schule. Schade, schade, aber so ist’s leider kein Wunder, dass das wunderbare Einstiegsinstrument Ukulele in Europa ein trauriges Nischendasein fristet, dabei hätte sie allemal das Potential mit der weit verbreiteten Blockflöte gleichzuziehen.

Tipp: Für Grundschüler etabliert und immer noch sehr empfehlenswert: „Uku-lele – Ukuleleschule für Kinder“ (Verlag Schuh).

„Der Fuchs Fabio – Die Ukulelenschule“ Band 1 erscheint in praktischer Ringbindung, hat 62 Seiten und kostet 17€ inkl. Online Material.

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