Noten: „Saitenwege nach Südamerika 1&2“ von Michael Langer

 

 

 

 

 

 

 

Michael Langer ist vielseitiger Gitarrist, renommierter Instrumentallehrer und ein emsiger Herausgeber und Arrangeur diverser Notenausgaben. Bei Edition DUX erscheinen regelmäßig Gitarrenschulen, Spielanleitungen und Stückekompilationen.

Mit einem editorischen Doppelschlag hat er sich in diesem Sommer dem Thema Latein- bzw. Südamerika gewidmet. In der zweibändigen Sammlung „Saitenwege nach Südamerika“ werden herausragende Einzelkompositionen für klassische Gitarre aus den letzten ca. 100 Jahren präsentiert. Die Komponisten reichen von Carlos Gardel, Luiz Bonfa und Joao Gilberto bis zu modernen Vertretern wie Leo Brouwer, Baden Powell und Astor Piazolla und umfassen Stilistiken von Folklore, Milonga, Bossa Nova, Tango Nuevo u.v.a.m. Wenn vorhanden, wurden Originalarrangements mit Fingersätzen übernommen, teilweise wurden hilfreiche Fingersätze ergänzt, einige einfache Melodien wurden vom Herausgeber mit viel Einfühlungsvermögen arrangiert und sind eine gute Ergänzung. Zusammen ergibt sich aus den 2x knapp 50 Einzelstücken ein einmaliges historisches Panorama über ein ganzes Jahrhundert lateinamerikanischer Gitarrenmusik. Und das ist ein großes Verdienst Langers, denn bisher musste man sich die eindrucksvollen Kompositionen über Jahre mühevoll als Einzelausgaben zusammensammeln, wenn man denn überhaupt von ihnen gehört hatte und sie dann auch noch erhältlich gewesen waren. Allein dafür verdient Langer ein großes Lob.

Aber auch die Aufbereitung der beiden Hefte ist wie immer anstandslos und vorbildlich. Robustes Ringbuch mit vorteilhafter Druckbildaufteilung für möglichst wenig Blätterei innerhalb eines Stückes, Audio-CD mit hervorragenden Einspielungen von Langer selbst (zusätzliche Einspielungen sind per Q-Code auffindbar), hilfreiche Sortierung nach Schwierigkeitsgrad, präzise Stil- und Tempoangaben, kluge Fingersätze, es bleibt bei dieser Ausgabe wirklich kein Wunsch mehr offen. Langer hat alles richtig gemacht und viel Gespür bei der Auswahl der Stücke bewiesen. Einfache Folkloremelodien, Genreklassiker, Neuentdeckungen, es ist alles dabei. Ein bisschen Spielerfahrung und Notenlesekompetenz sollte man allerdings mitbringen, ganz so kinderleicht sind die „leichten“ Stückchen dann auch wieder nicht. Ansonsten ganz dicke Empfehlung!

„Saitenwege nach Südamerika 1 (leicht) & 2 (mittelschwer)“ erscheinen bei DUX, haben jeweils 110 Seiten und kosten inkl. Audio-CD jeweils 26,80 €. Probeseiten unter:
La Peregrinacio
Simples

3 Gedanken zu „Noten: „Saitenwege nach Südamerika 1&2“ von Michael Langer

  1. Ich beschäftige mich momentan mit dem ersten Band. Es gibt für mich ein Ärgernis. Weil mich manche Sachen genauer interessiert haben, habe ich in Erstausgaben geschaut und in die Aufnahme gehört. Jedesmal gab es nicht kenntlich gemachte Abweichungen zum Notentext des Originals oder es wird nicht gespielt, was in den Noten steht.
    Ich habe nicht alle Stücke überprüft, sondern unwillentlich eine Stichprobe gemacht. Das Ergebnis finde ich nicht so erfreulich.

    • Willkommen auf dem Blog und Danke für den Hinweis. Eigentlich habe ich Michael Langer bisher als präzisen, teilweise sogar akribischen Herausgeber kennengelernt. Sind die Abweichungen zum Originaltext wirklich so gravierend oder kann man sie noch unter folkloristischer Freiheit abbuchen?

      • Also wie gesagt unwillentliche Stichprobe. So was ist Meinungssache. Bei manchen Dingen vermute ich Schlamperei, bei manchen Dingen Überlegung.
        Bei einem Stück fehlen 16 Takte, aber die Änderung von zwei Noten werden kenntlich gemacht.Die fehlenden 16 Takte nicht. Weil ich das so kurios fand, habe ich MichaelLanger gefragt, ob es dafür einen Grund gibt. Es liegt nicht an der Quellenlage, sondern er hat die 16 Takte wegen der Spielbarkeit weggelassen. Nichts dagegen,aber man soll es hinschreiben.
        Auf den ersten Blick fand ich das Heft gut und habe es einem Schüler empfohlen.Es kam prompt eine Wunschliste. Bei den ersten drei Stücken, muss ich im sagen.
        Stück eins,es fehlen 16 Takte. Stück zwei,bei dem Rhythmus,mit dem Du dich schwer tust, spielt Langer einen anderen Rhythmus als da steht,orientiere dich nicht daran. Drittes Stück,vier Takte sind umgeschrieben.

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