Buch: „Career Suicide“ von Bill Kaulitz

Bill Kaulitz? Wer ist das? Als Sänger und Frontmann der deutschen Schülerband Tokio Hotel, die er zusammen mit seinem Zwillingsbruder Tom gegründet hatte, wurde er mit „Durch den Monsun“ (2005) schlagartig berühmt. Es folgte das Debutalbum „Schrei“ (2005) und danach, tja, was kam eigentlich danach? Nun hat Kaulitz unter dem Titel „Career Suicide“ im zarten Alter von gerade mal 30 Jahren seine (erste?) Autobiographie vorgelegt. Weiterlesen

Karl-Georg Rötter über „Still Here“ (2020)

von Karl-Georg Rötter

Für sein neues Album hat sich Dennis Schütze ganz schön Zeit gelassen. Zwei Jahre hat er daran gearbeitet, zwischenzeitlich sind die Konzept-Alben „James Bond 007“ (2020) und „One Man Band“ (2019) entstanden. Nun meldet er sich mit eigenständigem Material zurück. „Still Here“ heißt das neue Werk und um es gleich mal vorweg zu nehmen: Das Warten hat sich gelohnt. Elf neue Songs sind auf „Still Here“ zu hören, allesamt eigene Kompositionen. Im Grunde ist das neue Werk auch eine Art Solo-Album, denn eine feste Band hat Dennis Schütze im Moment nicht mehr, nachdem die Vorgänger-Combo, der Alben wie „Unsong Songs“ (2014) oder „Electric Country Soul“ (2013) zu verdanken waren, nicht mehr existiert. Fast alle Instrumente hat Dennis selbst aufgenommen, als da wären: elektrische und akustische Gitarre, Piano, Orgel, Bass und Mundharmonika. Besonders zu erwähnen ist die Resonator-Gitarre, die hier prominent und ausführlich eingesetzt wird. Unterstützt haben ihn Jan Hees am Schlagzeug und die junge Dresdner Cellistin Nina Clarissa Frenzel. Vier Songs wurden im Trio, sieben in Duo-Besetzung aufgenommen. Weiterlesen

Mainpost über „Still Here“

Von Alice Natter & Mathias Wiedemann

Wer erdigen Bluesrock und stimmungsvolles Country liebt, der ist beim neuen Album des Würzburger Singer-Songwriters Dennis Schütze gut aufgehoben. „Still Here“ ist seine trotzig-rockige Art, gegen die Pandemie anzugehen. Die Mitwirkung der Cellistin Nina Clarissa Frenzel bei einigen Songs bringt eine interessante zusätzliche Note ins ansonsten fast puristische Klangbild. Tatsächlich lohnt es auch, hinter die Fassade der zunächst routiniert anmutenden Songstrukturen zu hören: Schon im ersten Song „Discovery“ gibt es eine unvermittelt eingeschobene freie Improvisation.

Das Album ist beides: Auseinandersetzung mit und Weiterentwicklung von musikalischen Ideen, die Schütze schon lange beschäftigen oder begleiten (inklusive eines Songs über den berühmten Jimi-Hendrix-Akkord „E7#9“) und autobiografisch geprägter Kommentar zu einer Zeit, die jeden Einzelnen immer wieder zwingt, über Grundfragen des Lebens nachzudenken. Erhältlich auf allen Streamingportalen, eine gepresste CD gibt es nicht.

Buch: „Auf nach Neuland“ von Monika Rech-Heider

Noch ein Buch über eine Familie, die sich, ausgehend von der Initiative der Mutter, eine Auszeit nimmt um die Welt, in diesem Fall Mittel und Süd-Europa, zu bereisen. Das besondere sollte wohl sein, dass die drei Kinder von der Schulpflicht befreit sind und die Reise als Schule des Lebens erfahren sollten. Auf Anordnung der Mutter soll die Familie die lästigen Pflichten hinter sich lassen, die Vielfalt der europäischen Regionen erleben und entspannt, erfüllt und glücklich in die Routine zurückkehren. Fazit: Eher so mittel. Weiterlesen

Simon-Philipp Vogel über „Still Here“

Von Simon-Philipp Vogel

Anfang des Jahres habe ich mich noch durch Dennis Schützes James Bond Album gehört (hier), das durch die aufkeimende Corona Pandemie abseits des Filmstarts veröffentlicht wurde. Zwei Dinge waren mir damals nicht klar: 1. Was diese Pandemie noch so für uns in Petto hat und 2. dass Dennis Schütze zum Ende des Jahres noch ein komplettes Album veröffentlichen würde. Aber der Reihe nach. Weiterlesen

Buch: „Könnt ihr uns hören?“ von Jan Wehn & Davide Bortot

Jan Wehn (SPEX, DE:BUG, JUICE) und Davide Bortot (JUICE) haben als anerkannte HipHop- und Rap-Kenner eine umfangreiche Textsammlung zusammengestellt, die sie als eine „Oral History des deutschen Rap“ beschreiben. Diese per Definition gesprochenen Rückblicke werden von einer umfangreichen und beeindruckenden Anzahl von HipHop-Künstlern, Akteuren und Aktivisten erzählt. Wehn und Bortot haben diese, zum Teil äußerst detaillierten und präzisen Erinnerungen dokumentiert, aufgeschrieben und sinnvoll kompiliert. Weiterlesen

Buch: „Immer am Limit“ von Christoph Daum mit Nils Bastek

Wer in den späten 1980ern und 1990ern die Bundesliga verfolgt hat, kennt Christoph Daum: deutscher Fußballtrainer und ewiger Schnauzbarträger. Er startete beim FC Köln, es folgten Stationen in Stuttgart, Leverkusen, später auch im europäischen Ausland, mehrfach Istanbul, Wien, Rumänien. Charakterkopf, große Klappe, öffentliche Dauerfehde mit Uli Hoeneß. Jetzt hat das Trainerurgestein seine Autobiographie vorgelegt, die er zusammen mit Nils Bastek niedergeschrieben hat. Weiterlesen

Buch: „Das kleine Buch der Selbstverwüstung“ von Marian Donner

So richtig komplett selbstverwüstet hat sich die Autorin Marian Donner anscheinend noch nicht. Immerhin hat die Niederländerin einen Mann und einen Sohn und arbeitet als Journalistin für Zeitungen und Magazine. Ganz wörtlich sollte man der reißerischen Titel also nicht nehmen, aber den Untertitel vielleicht schon: „Warum wir mehr stinken, trinken, bluten, brennen und tanzen sollten“. Weiterlesen

Buch: „Daisy Jones & The Six“ von Taylor Jenkins Reid

„Daisy Jones & The Six” ist die fiktive Biographie einer US-amerikanischen Westcoast-Band in den späten 70ern. Der Text ist als kombiniertes Interview der beteiligten Musiker, von Familienmitgliedern, Managern, Produzenten und Rockjournalisten aufgebaut. Diese direkten Aussagen, die sich stellenweise aufeinander beziehen oder sogar wiedersprechen verleihen dem Text eine unmittelbare Direktheit und Frische. Als Leser wird man von Anfang an mitgenommen, die Figuren werden sehr lebendig und man vergisst über weite Strecken, dass es die Band gar nicht gegeben hat. Weiterlesen

Noten: „Moderne Klavieretüden“ von Jakub Metelka

Der tschechische Pianist, Komponist und Instrumentalpädagoge Jakub Metelka (*1986) hat in den vergangenen Jahren bereits einige Klavierstücke und Spielhefte veröffentlicht, allerdings zumeist im tschechischen Kulturraum. Sie richten sich an klassisch angeleitete Pianisten im Kinder- und Jugendalter. Nun hat er unter dem Titel „Moderne Klavieretüden“ eine Sammlung von 30 eigenen Kleinkompositionen für den Instrumentalunterricht zusammengestellt. Weiterlesen