Buch: „Daisy Jones & The Six“ von Taylor Jenkins Reid

„Daisy Jones & The Six” ist die fiktive Biographie einer US-amerikanischen Westcoast-Band in den späten 70ern. Der Text ist als kombiniertes Interview der beteiligten Musiker, von Familienmitgliedern, Managern, Produzenten und Rockjournalisten aufgebaut. Diese direkten Aussagen, die sich stellenweise aufeinander beziehen oder sogar wiedersprechen verleihen dem Text eine unmittelbare Direktheit und Frische. Als Leser wird man von Anfang an mitgenommen, die Figuren werden sehr lebendig und man vergisst über weite Strecken, dass es die Band gar nicht gegeben hat. Weiterlesen

Buch: „Warm Roads“ von Stefan Korn

22 Monate war Stefan Korn als Sporttramper auf einem gewaltigen Trip unterwegs, der ihn mehr oder weniger einmal um die ganze Erde führte. Niedergeschrieben hat er seine Erfahrungen in „Warm Roads“ (Knesebeck, 2020), betitelt nach dem einschlägigen, internationalem Gruß aller Tramper, die es Ernst meinen. Weiterlesen

Buch: „Die 70er. Der Sound eines Jahrzehnts“ von Ernst Hofacker

Nichts weniger als ein ganzes Jahrzehnt Popmusikgeschichte will der deutsche Musikjournalist Ernst Hofacker in einem Buch mit zwölf Kapiteln abhandeln. Die Kapitel sind chronologisch nach Jahreszahlen angeordnet (1970-1979) und werden jeweils mit dem Datum eines kulturhistorischen Events eröffnet. Ausgehend davon entwickelt der Autor ausführlich die popmusikhistorischen Vorkommnisse, so wie sie sich aus seiner Sicht ereignet haben. Und das ist mindestens informativ, oft auch erhellend und nicht zuletzt unterhaltsam. Weiterlesen

Buch: „Viel Erfolg!“ von Katrin Müller-Hohenstein & Jan Westphal (Hg.)

Die Sportjournalistin Katrin Müller-Hohenstein und der TV-Produzent Jan Westphal agieren als Herausgeber eines Buches, in dem 50 deutschen Akteuren aus Sport und Medien Fragen zu ihrem persönlichen Erfolg gestellt wurden. Nach welchen Kriterien die Interviewpartner ausgewählt wurden, wird nicht erklärt. Auch nicht wer, wann und wo die Fragen gestellt und beantwortet wurden. Am Ende kann man sich nicht mal sicher sein, ob die Fragen überhaupt von Müller-Hohenstein und Westphal gestellt worden sind oder ob sie vielleicht nur als Aushängeschild für die Publikation herhalten. Ihre jeweiligen Vorworte sind so allgemein und bezugslos formuliert, dass der Eindruck entsteht, sie hatten gar keinen Kontakt mit den Befragten. Vielmehr sieht es so aus, als hätten die Befragten gar kein Gegenüber gehabt, als hätten gar keine echten Interviews stattgefunden, als sei immer nur derselbe Fragenkatalog zugemailt worden. Weiterlesen

Buch: „Ein Coffee to go in Togo“ von Markus Maria Weber

Markus Maria Weber, Jahrgang 1981, ist Unternehmensberater und nimmt ein Wortspiel allzu wörtlich (to go / Togo). 2012 beschließt er mit dem Fahrrad in das westafrikanische Land Togo zu fahren um dort einen Kaffee to go zu trinken. Die Kaffeefahrt ist allerdings nur ein Vorwand. Tatsächlich ist der gerade mal 30-jährige ausgebrannt von seinem Job und genervt und gelangweilt von den damit verbundenen Routinen: Berufspendelei, Kollegen, Kundengespräche, Vorgehensschablonen, Ortswechsel. Die einzige Erleichterung bei diesen täglichen Deja-vus verschafft ihm der regelmäßige Coffee to go, aber woher kommt der eigentlich, na schauen wir mal, so in etwa wird im Buch die Idee zur Fahrradreise wenig tiefgründig hergeleitet. Weiterlesen

Buch: „Im Land der kaputten Uhren“ von Miriam Spies

Miriam Spies, Jahrgang 1982, stammt aus Mainz und studierte Germanistik und Kulturanthropologie. 2017 erschien die interessante Bandbiografie „Das ist DAF“, an der sie zusammen mit anderen mitgeschrieben hat. Nun hat sie mit „Im Land der kaputten Uhren“ einen langwierigen Bericht über eine chaotische Rundreise in Marokko geschrieben. Es ist ein durchwachsenes Debut. Miriam Spies nennt ihre Reise einen Roadtrip, allerdings mit viel Road und wenig Trip. Sie ist von Anfang der Reise übermüdet, kränklich, erkältet, erschöpft, hungrig und pleite. Vor allem aber ist sie ahnungslos und planlos. Sie treibt und mäandert von einer marokkanischen Stadt zur nächsten, wird von Fremden im Auto mitgenommen, fährt in Überlandbussen, schläft in Pensionen, Hostels, bei Bekanntschaften und deren Familien. Sie trifft zufällig irgendwelche Freunde und Bekannte, verliert sie aber genauso unvorhergesehen wieder aus den Augen, verplempert irgendwie ihre Zeit, fährt irgendwo hin, sitzt irgendwo rum bis dort dann auch wieder genau nichts passiert. Das ist als Einstieg schon okay, aber irgendwann hätte man als Leser schon gerne mal so etwas ähnliches wie eine Handlung. Weiterlesen

Buch: „Trotz alledem“ von Hannes Wader

Der deutsche Liedermacher Hannes Wader startete seine Karriere Ende der 60er Jahre und wurde mit „Heute hier, morgen dort“ (1972) einem breiten Publikum bekannt. In den folgenden Jahrzehnten spielte er unzähliger Konzerte und veröffentlichte 35 Studio- und Live-Alben. 2018 beendetet er seine Musikerkarriere mit einer Abschlusstournee und dem Album „Macht’s gut“ (2018). Mit „Trotz alledem“ legt er nun eine umfangreiche Autobiographie vor, schaut auf sein Leben zurück. Weiterlesen

Buch: „Der junge Doktorand“ von Jan Peter Bremer

Für seinen letzten Roman „Der amerikanische Investor“ (2011) erhielt Jan Peter Bremer diverse Literaturpreise. Sein aktueller Kurzroman „Der junge Doktorand“ (2019) gelangte im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Es handelt sich dabei im Grunde um ein bescheidenes Kammerspiel in Prosaform. Ein alter Künstler und seine Ehefrau empfangen den lang angekündigten Besuch eines jungen Mannes, der vermeintlich über das Leben und Werks des Künstlers forschen und später schreiben will. Schnell stellt sich heraus, dass das in Wirklichkeit gar nicht der Fall ist, sondern es sich nur um einen Besuch aus Freundlichkeit handelt. Eigentliches Thema ist das Verhältnis der Figuren zueinander, insbesondere die Beziehung zwischen Herrn und Frau Greilach. Hier tun sich zum Teil Abgründe von Gehässigkeit und Peinlichkeit auf, dazwischen steht der junge Mann, der die gesamte Geschichte über wortkarg und blass bleibt und lediglich als Auslöser der Geschehnisse fungiert. Weiterlesen

Noten: „Acoustic Pop Guitar Solos 4“ von Michael Langer

In seiner neuesten Publikation „Acoustic Pop Guitar Solos 4“ vom April 2019 zeigt sich Michael Langer ein weiteres Mal von seiner allerbesten Seite. Nach Band 1 & 2 (2011) und Band 3 (2015) der Reihe gibt es auch diesmal wieder weitere „20 Top-Songs“ und das ist, so platt es als Slogan auch klingen mag, in diesem Fall tatsächlich keine Übertreibung. Michael Langer hat für die Zusammenstellung viele Popsongs der letzten Jahre und einige Popklassiker der letzten Jahrzehnte ausgewählt und beweist dabei ein gutes Händchen für Material, das auch noch in einer Soloversion für Gitarre gut spielbar ist und klanglich überzeugt. Weiterlesen