Malerei: Ursula Schumacher (1925-2012)

Im Zuge meiner Recherchen zur eigenen familiären Herkunft kam ich in den letzten Jahren in Kontakt mit etwas weiter entfernter Verwandtschaft, darunter auch Nanette-Lorraine Schumacher. Wir sind Cousin und Cousine zweiten Grades, haben also denselben Großvater Ludwig Hermann Schütze, eine interessante Persönlichkeit, von dem ich bereits an anderer Stelle auf diesem Blog berichtete. Nanette ist die Tochter der Berliner Malerin Ursula Schumacher (1925-2012), von ihr möchte ich heute erzählen.


Ursula Schumacher wurde 1925 in Berlin als Tochter von Gertrud Schütze und dem Bildhauer und Architekten Max Schumacher geboren. Innerhalb der Familie liebevoll Mogli benannt, erhält sie früh zeichnerischen Unterricht und besucht später die Meisterschule des deutschen Kunsthandwerks. Nach dem Krieg nimmt sie eine Bürotätigkeit auf, kann so ihren Lebensunterhalt sichern und mit Klarheit und Konsequenz die eigene Malerei verfolgen. Sie malte vornehmlich Stillleben mit Gegenständen des alltäglichen Lebens, aber auch Architektur- und Landschaftsmotive. Sie war interessiert an der Methode der Neuen Sachlichkeit und des Magischen (Poetischen) Realismus, mit sachlicher Genauigkeit die Dinge in ihrer einfachen wahren Eigenart und Eigengesetzlichkeit zu betrachten. Menschen kommen in ihren Bildern nicht vor. Jedoch scheint es, als wären sie gerade aus dem Bild getreten.


In ihrem Nachlass befinden sich noch viele Bilder. Bei Interesse kann der Kontakt zur Tochter hergestellt werden.

Interview mit Johannes Klier, Teil 3

DS: Von 1980 bis 1996 unterrichteten Sie an der Hochschule für Musik in München. Erst 1987 wurde dort ein Diplomstudiengang mit dem künstlerischen Hauptfach Gitarre geschaffen. Warum hat das in der bayerischen Landeshauptstadt solange gedauert? Warum wurden Sie nicht konsequenterweise zum Professor berufen?

Auf Ihre letzte Frage kann ich Ihnen keine Antwort geben, das weiß ich nicht. Natürlich gab es 1988, zu Beginn des Studiengangs, noch gar nicht genügend Studenten, die eine hauptamtliche Professur gerechtfertigt hätten, hatte ich doch im 1. Studienjahr lediglich drei Studenten. Erfahrungsgemäß dauert der Aufbau einer Instrumentalklasse so um die 7 – 8 Jahre. Und in dieser Zeit hat das Präsidium der Musikhochschule mehrfach gewechselt. Zu meinem großen Bedauern hatten die Präsidenten, die nach der Einführung des Gitarrestudiengangs die Leitung der Hochschule übernommen haben, überwiegend keinerlei bzw. kein großes Interesse an der Gitarre. Das war aber auch die Zeit der Wiedervereinigung 1989/90, die ihre Spuren hinterließ. Bereits bewilligte Planstellen wurden wieder zurückgenommen, das Geld wurde beim Aufbau Ost gebraucht, hieß es. Und dann stand ja auch noch die Fusion mit der Fachakademie im Raum. Also alles Gründe, die augenscheinlich gegen eine Professur zu diesem Zeitpunkt sprachen. Ob ich aber die wirklichen Gründe genannt habe, kann ich nicht sagen. Weiterlesen

Interview mit Johannes Klier, Teil 1

Johannes Klier ist klassischer Gitarrist, Instrumentalpädagoge, Autor von Aufsätzen und Büchern, sowie Herausgeber von Noteneditionen. Seit den 1980er Jahren leistet er mit diversen Veröffentlichungen wertvolle Beiträge zur Geschichte der Gitarre und zu Werkanalyse und Interpretation. 1980-1996 war Klier Lehrbeauftragter für Gitarre an der Hochschule für Musik München. Das Interview fand in schriftlicher Form im Mai 2020 statt und wurde geführt von Dr. Dennis Schütze.

DS: Herr Klier, was hat sie als junger Mensch zum Instrument Gitarre hingezogen? Und wie haben sie das Instrument zuerst erlernt? Gab es damals etwas wie eine etablierte Lehrmethode für klassische Gitarre?

JK: Es war der Klang der Gitarre, der mich von Anbeginn an berührte, ihr intimer, leicht melancholischer Klang. Ich war gerade einmal 5 Jahre alt, als ich im Radio zum ersten Mal Gitarrenmusik hörte und war sofort gefangen genommen. Erst viele Jahre später erfuhr ich, dass es sich bei diesem Stück um Francisco Tárregas Minuetto handelte, gespielt von Andrés Segovia – ich denke, es ist eine seiner schönsten Aufnahmen. Nach diesem „Erweckungserlebnis“ hörte ich so oft es ging Radio, und glücklicherweise gab es auch immer wieder einzelne Gitarrenstücke zu hören. Merkwürdigerweise sendete der BR alle paar Monate jenes Gitarrenstück – Tárregas Minuetto. Im Alter von 8 Jahren bekam ich dann endlich von meinen Eltern zu Weihnachten eine Gitarre. Weiterlesen

Film: „Planet of the Humans“ von Jeff Gibbs

Weil Lichtspielhäuser derzeit geschlossen sind, wurde der brandneue Dokumentarfilm „Planet of the Humans“ von Jeff Gibbs kurzerhand auf dem Youtubekanal des Aktivisten Michael Moore veröffentlicht. Man kann sich also gemütlich auf dem Sofa daheim von dem eindrücklichen Bericht über die Verflechtungen der Erneuerbaren-Energie-Wirtschaft und den katastrophalen Zustand unseres Planeten schocken lassen.

„Neue Normalität“ (KW17/2020)

Hinter mir liegt die erste Woche in der „neuen Normalität“. Meine Familie und ich hatten so sehr gehofft, dass am Montag nach den Osterferien die Schulen wieder geöffnet werden, meine Kinder von ihren Lehrern unterrichtet werden und ich meinem Beruf als Instrumentallehrer nachgehen kann. Aber es kam anders bzw. wie befürchtet.

Es ist schon erstaunlich. Angebliche Experten empfehlen erst dringend das eine (keine Maske!), dann das Gegenteil davon (Maske!), Politiker beschließen erst gemeinsam (!) das eine, dann macht jeder der Beteiligten etwas anderes, viele Entscheidungen sind mit gesundem Menschenverstand beim besten Willen nicht mehr nachvollziehbar (800m2) und schon gar nicht in die Praxis umzusetzen. Wer dazu Beispiele braucht, dem empfehle ich nur mal versuchsweise als Selbständiger mit vier Kindern und einer Frau in einer 100m2-Wohnung bei allgemeiner Ausgangsbeschränkung und Kontaktverbot für sechs Wochen Homeschooling und Home-Office zu betreiben. Kluge Ratschläge bekommt man da gerne von Menschen, die kinderlos, finanziell vollversorgt und/oder von der Arbeit quasi freigestellt sind. Weiterlesen

KlangBilderBuchVideo: „Vom Ursprünglichen“ von Nina Clarissa Frenzel

Die Arbeiten an der Produktion des Zyklus „Vom Ursprünglichen“ von Nina Clarissa Frenzel haben bereits ein Album und ein Konzertvideo hervorgebracht. Zum Abschluss gibt es nun noch ein KlangBilderBuchVideo in dem alle künstlerischen Facetten des Machwerks (Klang, Bild, Text, Sprache) so gut wie möglich präsentiert werden sollen. Bilder und geschriebene Texte stammen von Nina Clarissa Frenzel, die Idee zum KlangBilderBuchVideo kam von Dennis Schütze, editiert wurde es von Camilo Goitia.

Die Audioaufnahme, Mix & Master entstanden im Projektstudio von Dennis Schütze.
Das Album ist auf allen gängigen Download- & Streamingportalen erhältlich.

Amazon: https://www.amazon.de/dp/B0874XJ492/
iTunes: https://music.apple.com/de/album/vom-ursprünglichen-single/1508108875
Spotify: https://open.spotify.com/embed/album/1sGqZyvAD61K26sVG8tE9e

Film: „Kinderwelten“ (2020)

Im Spätsommer 2019 reisten der Würzburger Kinderliedermacher Christof Balling und Kamera- und Tontechniker Dennis Schütze im Auftrag der deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. (DAHW, GLRA) für drei Wochen nach Tansania, Ostafrika. Bei dem Besuch von zwei Schulen entstanden neben einem Reiseblog und vielen Fotos auch das Album „Children’s Songs Of Tanzania“ (2019) und der Dokumentarfilm „Kinderwelten. Eine musikalische Reise von Deutschland nach Tansania“.

Der Film ist ab sofort in einer Version auf deutsch und einer Version auf swahili abrufbar. Bei weiterem Interesse ist unter dem Motto „Global Learning“ außerdem ein USB-Stick mit Film, Fotos & Liedern zusammen mit einer Mappe mit Arbeitsmaterialien für den Schulunterricht kostenlos bei der DAHW erhältlich.

Mit der Veröffentlichung von Kinderliederalbum, Dokumentarfilm und Unterrichtsmappe sind die Ergebnisse jetzt komplett und können kostenlos als Unterrichtsmaterialien genutzt werden.

Dank geht an:
DAHW (Deutschland): Maria Hisch & Michael Röhm
GLRA (Tansania): Grace Mwasuka, Juma (Fahrer), Niwaely Sandy, Tumaini Shorusaeli.
Weitere Informationen über die Arbeit des DAHW unter www.dahw.de

Buch: „Viel Erfolg!“ von Katrin Müller-Hohenstein & Jan Westphal (Hg.)

Die Sportjournalistin Katrin Müller-Hohenstein und der TV-Produzent Jan Westphal agieren als Herausgeber eines Buches, in dem 50 deutschen Akteuren aus Sport und Medien Fragen zu ihrem persönlichen Erfolg gestellt wurden. Nach welchen Kriterien die Interviewpartner ausgewählt wurden, wird nicht erklärt. Auch nicht wer, wann und wo die Fragen gestellt und beantwortet wurden. Am Ende kann man sich nicht mal sicher sein, ob die Fragen überhaupt von Müller-Hohenstein und Westphal gestellt worden sind oder ob sie vielleicht nur als Aushängeschild für die Publikation herhalten. Ihre jeweiligen Vorworte sind so allgemein und bezugslos formuliert, dass der Eindruck entsteht, sie hatten gar keinen Kontakt mit den Befragten. Vielmehr sieht es so aus, als hätten die Befragten gar kein Gegenüber gehabt, als hätten gar keine echten Interviews stattgefunden, als sei immer nur derselbe Fragenkatalog zugemailt worden. Weiterlesen