Video: „Album of the Year Acceptance Speech (2022)“ – Jon Batiste

„I believe this to my core: There is no best musician, best artist, best dancer, best actor. the creative arts are subjective and they reach people at a point when they need it most. […] I just put my head down and I work on the craft everyday. I love music, I’ve been playing since I was a little boy, it’s more than entertainment for me, it’s a spiritual practice. […]“

Über Ersatz

„Die Generation Y & Z erlebt gerade die hässliche Endphase einer Periode, in welcher jeder ein Gewinner war und damit das Ende eines Illusionssystems, das die Form über den Inhalt stellte. Ein Diplom ersetzt heute Bildung, Information ersetzt Wissen, Zugang ersetzt Eigentum, Zahlenreihen ersetzen Geld, Profilierung ersetzt Persönlichkeit, beeindruckende Jobtitel ersetzen Aufstieg, Likes ersetzen Bezahlung, Kredite ersetzen Wohlstand, das Kuratieren ersetzt Kreativität, das Influencen ersetzt Relevanz, der Rausch das Glück, und statt ‚find yourself‘ heißt unser Lebensmotto ‚broadcast yourself‘.“

Milosz Matuschek: „Generation Chillstand“ (2018), S. 122

Über München

„Wenn meine Generation eine Stadt wäre, dann wäre sie München: nach außen ist alles ’scheee‘, herausgeputzt, gerne groß, beim näheren Hinsehen aber doch provinziell, unbedeutend und hinter dem schönen Schein ist so gar nichts. Wie München leidet die Generation unter der Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und Fremdbewertung. Sie selbst ist für sich das Non Plus Ultra. Der Welt ist sie absolut gleichgültig.“

Milosz Matuschek: „Generation Chillstand“ (2018), S. 113/14

Über den Tod

„Für uns gibt es keinen Tod. Weil wir nicht wissen, dass wir tot sind, wenn wir tot sind. Wir sehen ihn nicht, hören ihn nicht, fühlen ihn nicht, wir kriegen ihn nicht mit. Wir erleben den Tod nicht. Wir erleben nur das Leben. Und das macht es für uns ewig auf ‘ne Art.“

Helge Timmerberg: „Lecko Mio – Siebzig werden“ (2022), S. 133

Über vielversprechende Hoffnungen

„Er war eine vielversprechende Hoffnung, mehr allerdings auch nicht. Eine von vielen Hoffnungen, die im Sande verlaufen, vom Winde verweht, vom Pech geschlagen, von der Muse in den Arsch getreten. Am Talent hatte es nicht gelegen, es ist ein Irrglaube, dass sich die größten Talente durchsetzen. Meist setzen sich diejenigen durch, die es am meisten wollen. Er hatte seine Chance, und er hat sie nicht genutzt, verschlafen, verdaddelt. Vielleicht hatte auch das Fünkchen Glück gefehlt, hätte es den Nerv treffen müssen, den Zeitgeist – was auch immer das sein mag. Viele sind berufen, wenige nur auserwählt. Er hatte genug Ohrfeigen bekommen, genug Nieten gezogen, er braucht das nicht mehr. Die ruhmreichen Tage, sie währten nur kurz, und sie führten zu nichts.“

Heinz Strunck: “Es ist immer so schön mit dir” (2021), S. 100/101