Dennis Schütze & His Electric Combo @ JVA, Würzburg

Tradition verpflichtet: Wie jedes Jahr hat die Dennis Schütze Electric Combo auch in diesem Dezember ein Konzert für die Insassen der Justizvollzugsanstalt in Würzburg gegeben. Der Abend fand statt am vorgestrigen Montag und begann für Pop/Rock-Verhältnisse relativ zeitig (18.00) damit die internen Abläufe der JVA nicht durcheinander gerieten. Wir kamen kurz nach 17.00 an, mussten Mobiltelefone abgeben, fuhren durch die Schleuse und dann von hinten heran an die Multi-Funktionshalle. Nach zügigem Aufbau und freundlicher Begrüßung durch Herrn Hutter ging’s dann auch schon los. Vor ca. 160 Zuhörern (Frauen Loge, Männer Parkett) spielten wir zu viert altbewährtes Liedgut und Songs vom kommenden Album inkl. Titeltrack „Unsung Songs“. Richtig gut kam dann am Schluss die Maxi-Version der Räuberpistole „Hey Joe“ (Joe bringt seine untreue Frau zum Schweigen und flieht wegen drohender Strafverfolgung über die Staatsgrenze nach Mexico). Am Schluss dann noch eine vorweihnachtliche Fassung von „Lucky Old Sun“. Längere Zugaben, Autogrammstunden oder etwaige After-Show-Partys waren an diesem Abend leider nicht möglich. Nach flottem Abbau, zurück in die Schleuse und nach einem kurzen Blick der Justizbeamten in die Fahndungsliste durfte die komplette Band das Gelände der JVA wieder unversehrt verlassen. Puh, Glück gehabt. Bis zum nächsten Mal und Merry X-Mas!

Scott Matthew im Cairo, Würzburg

Am Freitagabend war ich beim Konzert von Scott Matthew im Jugendkulturhaus Cairo in Würzburg. Er hatte noch zwei Mitmusiker dabei (Keyboard & E-Gitarre) und hat in erster Linie Songs von seinem aktuellen Album „Unlearned“ vorgetragen. Höhepunkt war erwartungsgemäß seine im Tempo mächtig gedrosselte und dadurch sehr subtile Low-Fi-Version des Whitney-Houston-Klassikers „I wanna dance with somebody“. Sehr berührend, und zwar so sehr, dass der ganze Saal den Refrain leise mitsang, das war dann auch wieder sehr berührend. Schön waren auch seine Interpretationen von „To Love Somebody“ (Konzert-Opener), Neil Youngs „Harvest Moon“ und John Denvers „Annie’s Song“. Der Saal war nur leider sehr voll und es wurde dadurch sehr eng und sehr warm, ich hätte das Konzert gerne im sitzen angehört, das hätte der sensiblen Grundstimmung der Performance durchaus entsprochen. War aber auch so ein schöner Abend.

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Notationssoftware: Finale 2014

Soeben ist die neueste Version der Notationssoftware Finale in der Version 2014 für Windows und Mac erschienen (Vertrieb: klemm-music.de). Finale-Anwender mussten auf die Neufassung etwas länger warten als bisher, denn die Version 2013 wurde übersprungen. Die Zeit wurde genutzt für „eine grundlegend überarbeitete Apple-OS-X-Unterstützung, eine neue Audio-Engine, ein komplett neu erstelltes Finale-Dateiformat und damit erstmals in der Geschichte von Finale eine Datei-Rückwärtskompatibilität“ (Zitat klemm-music). Systemanforderung für Mac ist OS X 10.7/10.8/10.9, für Windows XP/Vista/Windows 7/Windows 8. Parallel wurde wie immer auch ein deutschsprachiges Praxisbuch „Finale 2014“ (540 Seiten inkl. CD-ROM, 39,90 €) veröffentlicht.

Ich arbeite bereits seit mehr als zwölf Jahren mit Finale (Mac) und habe dabei gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Software bietet viele Möglichkeiten und ist gerade in den letzten Versionen noch deutlich user-freundlicher geworden. Ich habe mit Finale sämtliche Transkriptionen (Noten/Tab) aller meiner wissenschaftlichen Arbeiten notiert (Diplomarbeit 1998, Magisterarbeit 2003, Dissertation 2011). Auch alle komplexeren Arrangements für die Albumproduktionen der Tanzband „Die Musikstudenten“ wurden mit Hilfe von Finale arrangiert, notiert, Stimmauszüge erstellt, vermailt und gedruckt. Weil so über die Jahre viele Notationen in verschiedensten Versionen entstanden sind, freue ich mich besonders über die angekündigte Datei-Rückwärtskompatibilität.

Für Einsteiger empfiehlt sich weiterhin die kostenlose Light-Version „Finale NotePad“.

Christian Streckel: Croatian Blue

Seit vielen Jahren gebe ich Privatunterricht für Gitarre und andere Saiteninstrumente wie Banjo, Mandoline und Ukulele. Neben der eigentlichen Arbeit am Instrument geht es dabei u.a. immer auch um Musiktheorie, Musikgeschichte, technische Entwicklungen und Repertoirekenntnis. Meine Aufgabe als Lehrer sehe ich darüber hinaus aber auch darin meine Schüler dazu ermutigen selbst kreativ zu werden und eigene musikalische Ideen zu entwickeln. Beim Ausarbeiten dieser Fragmente, Ideen, Skizzen zu abgeschlossenen Stücken, Songs, Kompositionen biete ich bei Bedarf gerne meine Hilfe an. Der letzte Schritt ist es dann die Ergebnisse dieser Bemühungen irgendwie festzuhalten. Früher hätte man dazu alles feinsäuberlich auf ein Notenblatt geschrieben. Heutzutage ist es natürlich naheliegender eine Aufnahme davon zu machen. Ich habe mir deswegen in den letzten Jahren eine kleine, technische Ausrüstung zugelegt und kann inzwischen bei mir zuhause ohne größeren Aufwand Aufnahmen in ziemlich guter Klangqualität erstellen.

Christian Streckel unterrichte ich seit einem knappen dreiviertel Jahr. Wir haben zu Beginn des Unterrichts einige Monate seine Technik und musikalische Gestaltung anhand klassischer Stücke und Etüden aufpoliert. Gerade hat er weniger Zeit zum konzentrierten Üben, spielt aber immer noch viel Gitarre und entwickelt dabei eigene Instrumentalkompositionen. Die Stücke haben meist Songstrukturen, aber (noch) keine Texte. Man könnte sie frei nach Mendelssohn Bartholdy als „Lieder ohne Worte“ oder „Songs without Words“ beschreiben. Seine letzte Komposition „Croatian Blue“ finde ich besonders gut gelungen. Vor einigen Tagen haben wir sie bei mir aufgenommen, es wurde nicht nachgearbeitet oder geschnitten, es ist von Anfang bis zum Ende ein durchgehender Take. Im Mix wurde nur etwas komprimiert und ein feiner Stereo-Raum darüber gelegt. Viel Spaß mit „Croatian Blue“! Wir freuen uns beide über Feedback und Kommentare.

DVD-Tipp: Eric Clapton Guitar Festival Crossroads 2013

Seit 2004 veranstaltet der britische Blues-Gitarrist Eric Clapton alle drei Jahre ein Benefizkonzert zugunsten der von ihm gegründeten Drogenentzugsklinik „Crossroad Centre“ auf der Insel Antigua. Clapton wählt die beteiligten Künstler dafür eigenhändig aus. Bisher fanden die Festivals in Dallas, Texas (2004), Bridgeview, Illinios (2007) und Chicago (2010) statt. Die Konzerte wurden alle filmerisch dokumentiert und einige Monate nach der Veranstaltung auf DVD veröffentlicht. In diesem Frühjahr fand die mittlerweile vierte Ausgabe des Festivals im berühmten Madison Square Garden in New York statt, beteiligte Künstler waren u.a. Booker. T., Robert Cray, Sonny Landreth, John Meyer, Keith Urban, Warren Haynes, Derek Trucks, Vince Gill, Keb’ Mo’, Jeff Beck und die talentierten Neuentdeckungen Gary Clark Jr., Quinn Sullivan und Blake Mills. Soeben erschien der Mitschnitt des Konzerts auf zwei DVDs. Dringende Empfehlung an alle Bluesrockinteressierte!

Neue Aufnahmen der Musikstudenten (3)

Das Recording für die neuen Aufnahmen der Musikstudenten ist abgeschlossen. Ende letzte Woche war noch Drummer Sven Lehmkämper bei mir und hat Backgroundgesänge in seinem sonoren, samtweichen Bassbariton eingesungen. Vorgestern habe ich dann Soundwizard Jan Hees einen Besuch in Bretten abgestattet. Wir haben Files importiert, sortiert, etwas gerückt und etwas getunt, den Umgang mit Raum und Panorama besprochen und einen Mixplan entworfen. Alle fünf anvisierten und aufgenommenen Tracks werden übrigens auch gemischt. Die Songs selbst sind alle aus den letzten Jahren und für unsere/meine Verhältnisse ausgesprochen modern. Es handelt sich dabei um „Toxic“ von Britney Spears, „Get Lucky“ von Daft Punk“, „Der letzte Tag“ von Peter Fox, „Ho Hey“ von den Lumineers und “When I was your man“ von Bruno Mars. jeder einzelne wurde natürlich einem MS-Treatment unterzogen und von mir speziell für eine kleine Jazzcombo-Besetzung arrangiert. Bis Mitte Dezember sollte der Mix stehen, Videodrehs sind auf Anfang Januar angesetzt.

IMG_7362Sven Lehmkämper beim Einsingen: „Morgendliche Vocal Recording Sessions mache ich nie ohne meine Thermos-Kaffe-Tasse! Never, das geht gar nicht!“

Videodreh zum Song „Bittersweet“

Am vorgestrigen Sonntag war ich tagsüber nahe am Rhein auf der Insel Rott im Landkreis Karlsruhe und abends in Bretten-Neibsheim um Filmaufnahmen für ein geplantes Musikvideo zum Song „Bittersweet“ zu machen. Das Video soll zum Jahreswechsel als Teaser zum kommenden Album „Unsung Songs“ erscheinen auf dem dann auch die Aufnahme des Songs erscheinen wird.

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Im Verlauf der Produktion des neuen Albums wurde mir klar, dass ich parallel zur Album-Veröffentlichung auch gerne Musikvideos von evtl. bis zu drei Songs machen wollte. Allerdings sind Musikvideos für mich absolutes Neuland, abgesehen von einigen einfachen Konzertmitschnitten habe ich davon bisher die Finger gelassen. Ich merke aber, dass das Format Musikvideo immer wichtiger wird um überhaupt auf Musik mit eigenem Songmaterial hinzuweisen zu können. Allein mit (regionalen) Konzerten ist das für mich einfach nicht mehr zu leisten. Außerdem bieten sich viele Möglichkeiten das eigentlich alte, aber für mich neue Format auch kreativ/künstlerisch zu nutzen. Aber ich wusste auch, alleine kriege ich das nicht hin, ich brauche Hilfe und habe mich also umgeschaut. Meine Wahl fiel letztlich auf Jens-Uwe Otte von Ape Demie Movie aus Bretten. Ich kenne ihn über Jan Hees, den Mischer meiner letzten Produktionen. Die beiden haben zusammen erst kürzlich ein sehr schönes Video zu einem Cover des Soundgarden Songs „Black Hole Sun“ produziert, das mir gut gefallen hat. Jens-Uwe hat sich beim ersten Kontakt und im weiteren Verlauf als sehr engagierter und leidenschaftlicher Filmmacher erwiesen. Es gab einige Besprechungen per Telefon und Mail, dabei wurden Termine, Skript und Locations besprochen und am Sonntag war es dann endlich soweit. Die Außenszenen haben wir an verschiedenen Stellen an der Insel Rott gefilmt. Relativ zentral war dabei eine alte, stylische Zugbrücke von ca. 1960 aus verrostetem Stahl ausgelegt mit alten Holzbohlen. Und wir haben am Sonntag erfahren, dass die Brücke ab nächster Woche komplett saniert und deswegen gesperrt wird. Also Glück gehabt. Weitere Szenen entstanden am Ufer und vor einer alten Industrieruine. Wir brauchten dafür insgesamt ca. 4h. Es war dabei sonnig, aber eisig kalt. Um 15.00 packten wir dann mit einem guten Gefühl zusammen, war anstrengend, aber sehr produktiv.

Wir fuhren direkt weiter zur Ziegelhütte in Neibsheim bei Bretten. Von Außen wenig spektakulär, eröffnete sich Innen eine andere Welt. Es erwartete uns eine Kulisse, die mich stark an den „Gasthof zum tänzelnden Pony“ aus dem ersten Teil der Ringtrilogie erinnerte. Ein Schuss Jack Sparrow („Fluch der Karibik“) und ein Hauch Auerbachs Keller (Leipzig) waren auch dabei. Die Band war inzwischen auch eingetroffen und wurde auf einem Plateau vor der Fassade einer gotischen Kapelle platziert. Jens-Uwe hatte im Vorfeld an alles gedacht und es kamen noch ca. 12 Komparsen um die Ecke, die beim Videodreh das Publikum darstellten. Sehr nette Leute aus der Region, vielen Dank an dieser Stelle. Der Innendreh lief dann auch wie geölt, zum Abschluss gab es noch ein paar schauspielerische Szenen bei denen ich endlich auch Mal meinen reichen Erfahrungsschatz aus dem Bereich des amerikanischen Method-Acting einfließen lassen konnte. Das Publikum: Begeistert! Naja, dafür waren sie ja auch da.
Wir haben dann noch zusammen gegessen und getrunken und dann sind alle wieder heim. Jens-Uwe Otte hat seinen Job sehr gut gemacht, jetzt muss das Material gesichtet werden und eine Vorauswahl getroffen werden. Ich arbeite solange an der Songreihenfolge des neuen Albums und bald kommt die Coverart dran.

Neue Aufnahmen der Musikstudenten (2)

Gestern war der Schweinfurter Saxophonist und Bandkollege Fritz Wenzel bei mir um seine Parts für die neuen Aufnahmen der Musikstudenten einzuspielen. Letzte Woche hatten wir bereits eine erste Session angesetzt, sind aber nicht ganz fertig geworden, nun sollte der verbliebene Rest fertig gestellt werden. Wir haben Sopran-Saxophon und Klarinette mit einem Neumann TLM 103 direkt in meinem Wohnzimmer aufgenommen. Der überwiegende Teil des Materials war vorab arrangiert, aber Fritz hat auch ein krasses Free-Jazz-Solo über den Song „Toxic“ eingespielt, das sich – zumindest aus meiner Sicht – sehr weit in den chromatischen Kosmos hinaus wagt. Es fehlen jetzt nur noch ein paar Backing Vocs von unserem Drummer Sven Lehmkämper und dann geht’s ab nächster Woche ab in den Mix (Jan Hees).

IMG_7353Fritz Wenzel bei der Arbeit im provisorischen Studio mit seiner „goldenen Krarinette“ (Zitat eines angesäuselten Gastes bei einer unserer letzten Hochzeiten). Eigentlich handelt es sich um eine Sopran-Saxophon.

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Meine Freunde und Musikerkollegen Stefan Hetzel, Carola Thieme und Jochen Volpert haben sich im September bei Christoph Reiss getroffen und dort an einem Tag eine freie Impro-Session eingespielt. Die Ergebnisse können sich hören lassen und sind kostenlos zu finden und/oder downzuloaden unter archive.org.

Es wurde an dem Tag auch die Kamera mitlaufen gelassen, hier der Film von „Take 2/4“. Erinnert mich stark an meine Produktion „Improvised Ambient Music for Dancers“ von 2007, ebenfalls mit Stefan Hetzel am Piano und meiner Wenigkeit an der Gitarre. hetzel.thieme.volpert haben das etwas anders, aber sehr gut gemacht. Spannend, einfühlsam, dynamisch, mit klar erkennbarem Mut zum Experiment. Keep up the good work!