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Meine Freunde und Musikerkollegen Stefan Hetzel, Carola Thieme und Jochen Volpert haben sich im September bei Christoph Reiss getroffen und dort an einem Tag eine freie Impro-Session eingespielt. Die Ergebnisse können sich hören lassen und sind kostenlos zu finden und/oder downzuloaden unter archive.org.

Es wurde an dem Tag auch die Kamera mitlaufen gelassen, hier der Film von „Take 2/4“. Erinnert mich stark an meine Produktion „Improvised Ambient Music for Dancers“ von 2007, ebenfalls mit Stefan Hetzel am Piano und meiner Wenigkeit an der Gitarre. hetzel.thieme.volpert haben das etwas anders, aber sehr gut gemacht. Spannend, einfühlsam, dynamisch, mit klar erkennbarem Mut zum Experiment. Keep up the good work!

Brüko Ukulelen, Kitzingen

Vorgestern war ich nachmittags bei der Instrumenten-Werkstatt Brüko in Kitzingen. Ich hatte vorab einen Termin ausgemacht und wurde freundlich empfangen. Die kleine, aber feine Firma Brüko stellt schon seit Mitte des 20. Jahrhunderts Ukulelen her. Seit 1995 wird der Betrieb von Hubert und Friederike Pfeiffer in Kitzingen geführt. Sie bauen Sopran-, Konzert, Tenor- und Bariton-Ukulelen. Verbaut werden dabei ausschließlich massive Tonhölzer, alle Arbeitsschritte – vom Zuschneiden, Biegen, Schleifen bis hin zur Lackierung – werden im eigenen Haus durchgeführt.

Ich habe mir bereits vor einigen Jahren eine Custom-Sopran-Ukulele in edlem, ostindischem Palisander mit gewölbtem Boden, Zederndecke und Tonabnehmer fertigen lassen. Diesmal habe ich mir Hölzer und Spezifikationen für zwei Konzert-Ukulelen rausgesucht. Herr Pfeiffer hat sich ausgiebig Zeit für mich genommen und mir verschiedene Bau- und Holzvarianten gezeigt. Entschieden habe ich mich letztlich 1x für amerikanischen Nussbaum-Boden&Zarge/Sitka-Decke und 1x für ein wunderschön gemasertes, leicht rötliches, afrikanisches Holz Boden&Zarge/Sitka-Decke. Mit etwas Glück sind die Ukulelen bis Weihnachten fertig gestellt.

Für Neulinge kann ich auch die Brüko-Standardmodelle empfehlen. Die Ukulele eignet sich übrigens wunderbar als Einstiegsinstrument für Kinder im Grundschulalter, danach fällt der Umstieg auf z.B. Gitarre, Mandoline etc. relativ leicht. Aber auch jeder ernstzunehmende erwachsene Gitarrist sollte eine gute Ukulele in seinem Instrumenten-Fundus haben. Am besten von Brüko aus Kitzingen!

Die Instrumenten-Werkstatt Brüko befindet sich in der Flugplatzstraße 27 in Kitzingen, Termine Mo-Fr nach Vereinbarung unter Tel. 09321/36181.

IMG_7347Hier sind mehrere Stapel von vorgefertigten Zargen in verschiedenen Größen- und Holzausführungen zu sehen. Teilweise bereits mit Decke und Beleistung.

IMG_7349Ein Blick in die wohl sortierten Regale: Zu sehen sind zugesägte Decken und Böden in verschiedenen Größen- und Holzausführungen

Neues Album: Unsung Songs (2)

Gestern bin ich abends wieder einmal zu Soundwizard Jan Hees ins 5Stroke Studio nach Bretten gefahren um den letzten klanglichen Schliff am kommenden Album „Unsung Songs“ vorzunehmen. Nach etwas Stau auf der Autobahn hinter dem Weinsberger Kreuz und etwas Gurkerei durch badische Kleinststädte, bin ich irgendwann auch mit etwas Verspätung angekommen.
Seit einigen Wochen habe ich mir immer wieder den mittlerweile dritten Mix des Albums auf allen möglichen Medien (Rechner, iPod, CD), über alle möglichen Anlagen (HiFi, LowFi, NoFi, diverse Kopfhörer) in verschiedenen Räumen (Wohnzimmer, Küche, Bad, Auto) angehört und dabei jedes Mal Notizen auf einer meiner intern gefürchteten Listen gemacht. Natürlich wirken die Mixe in den verschiedenen Abhörsituationen jedes Mal etwas anders, aber auf Dauer konnte ich schon noch einige verbesserungswürdige Punkte finden. Ein Thema war z.B. der E-Gitarrensound bei drei Songs, der leider etwas dumpf und einen Ticken zu verzerrt rüber kam. Wir hatten Jochens E-Gitarrenparts vor ziemlich genau einem Jahr extra in einem Studio bei brachialer Lautstärke über zwei unterschiedliche Verstärker aufgenommen um eine voll analoge Röhren-Breitseite zu bekommen und jetzt passte mir/uns der Sound bei den erwähnten drei Songs nicht. Da fiel mir ein, dass wir damals als Vorsichtsmaßnahme auch die unverstärkten Line-Signale aufgenommen hatten. Soundmann Christoph Reiss konnte die auf Anfrage tatsächlich noch in dem Datenwust finden und ich habe die Signale dann selbst einem virtuellen Re-Amping unterzogen, d.h. im Amp Designer von Logic über einen Twin mit aufgerissenen Höhen, leichtem Spring Reverb und simuliertem Bändchenmikrophon laufen lassen. Diese für sich gesehen ziemlich grell-twangige Spuren haben wir noch am Abend meiner Ankunft millimetergenau (Phase!) zu den bereits vorhandenen Spuren ins Pro-Tools-Arrangement gesetzt, leicht im Panorama gespreizt und siehe da, der Mumpf war weg, jetzt klingt da ein ‚Wall of Sound’ aus z.T. vier Amps, der seines gleichen sucht. Wir haben dann noch einen LeadVoc bearbeitet und danach erstmal Feierabend gemacht.
Heute morgen ging’s nach einem flotten Frühstück bereits kurz nach acht Uhr wieder los. Wir haben zwei weitere LeadVocs bearbeitet und dann die oben erwähnte Liste von oben nach unten durchgearbeitet. In erster Linie ging es dabei um Raum- und Echo-Anteile von v.a. Lead Vocals und Lead Gitarren. Hie und da wurde auch die Lautstärke eines Instruments feingeregelt oder eine Position im Stereo-Panorama justiert. Wenn man alles zusammenrechnet, arbeiten wir ja mittlerweile inkl. einiger Unterbrechungen seit nahezu zwei Jahren an dem Album (Mix läuft seit ca. Mai 2013). Und es war wirklich der letzte soundtechnische Feinschliff, den wir da vorgenommen haben. Ich habe auch im Studio immer wieder zwischen meinen geliebten Sennheiser Kopfhörern und den Studioboxen gewechselt, wir haben noch einige Punkte diskutiert, sind aber immer auf einen Nenner gekommen. Ganz am Anfang war der Plan die Produktion frisch, ohne feste Vorgaben und mit viel Mut zum Experiment anzugehen. Durch das selbstständige Produzieren, das Homerecording und den Einsatz von vertrauten Musikern und Technikern haben wir alle Arbeitsschritte dann auch komplett selbst in der Hand gehabt. Wir haben immer wieder auch Abstand genommen, reflektiert, miteinander geredet, verworfen, etwas Neues ausprobiert etc. Das war teilweise langwierig und anstrengend, es waren schöne Augenblicke, aber auch etliche Enttäuschungen dabei, aber heute Mittag um 12.00, als wir den Mix des letzten Tracks minimal korrigiert hatten und dann noch einmal komplett und schweigend angehört haben, hatte ich das Gefühl, das hat sich alles gelohnt. Ich möchte hier nichts vorwegnehmen und auch nicht so wirken, als sei ich zu sehr von mir selbst überzeugt, aber der Mix des neuen Albums klingt atemberaubend gut.

Das neue Album „Unsung Songs“ erscheint im Januar 2014.

FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt

Auf meiner persönlichen To-Do-Liste steht schon seit Jahren mal ein Spiel der ersten Fußballliga in einem Stadion zu sehen. Karte und Bringdienst zu einem Spiel von Mainz 05 hatte ich mir bereits vor einiger Zeit schenken lassen und am gestrigen Sonntag war es endlich soweit. Für die Mainzer war es ein besonderes Spiel. Selbstverständlich ging es bei dem Lokalderby gegen den Rivalen Frankfurt um die Ehre des Vereins, zum zweiten hat Mainz ähnlich wie Frankfurt in den letzten Spieltagen keine guten Leistungen abgeliefert und die Partie wurde von beiden Mannschaften als richtungsweisend empfunden.

Mainz

Wir waren zu zweit hingefahren und liefen vom Parkplatz zusammen mit den Mainzer Fans zur ziemlich neuen coface Arena. Anstellen, Sicherheitscheck und dann direkt zum Steh/Sitzplatz an der Längsseite, direkt gegenüber von den Ersatzbänken und nur ca. 8-10m vom Spielfeldrand entfernt. Bis jetzt hatte ich Fußballspiele nur am Fernseher oder bei einem Dorfkick direkt am Spielfeldrand verfolgt. So nah davor und leicht erhöht kam mir das Spielfeld weniger lang, aber dafür breiter vor. War auf jeden Fall ein super Platz und auch nette Nachbarn (alles Mainzer). Dann kam ziemlich schnell der Anpfiff und ab ging’s. So nah dran wirkte auf dem Spielfeld alles rustikaler als im TV und die Fans um mich rum haben’s auch ganz schön Kracher lassen. Das war aber trotzdem nichts gegen den Ultra-Block in der – von uns aus gesehen – rechten Kurve. Die hatten einen Eintrommler, der buchstäblich die ganze Zeit mit dem Rücken zum Feld stand und Leuten Kommandos gab und schrie. Und wenn dann schätzungsweise 2000-3000 Mann aus voller Kehle singen oder Parolen schreien, dann ist das wirklich ganz schön beeindruckend. Ich würde jedenfalls nicht gerne auf so einen gegnerischen Block zuspielen, da spürst du quasi den biergeschwängerten Atem, wenn die Jungs aus 10-20 Meter Entfernung auf dich einschreien. Und die Eintracht-Fans auf der anderen Seite haben sich auch nicht lumpen lassen. Da waren schöne Wort-Stafetten, aber auch einige saftige Beleidigungen dabei. War schon enorm, gerade wenn das Spiel Fahrt aufnahm und alle mitgerissen wurden. Das muss schon ein heftige Psycho-Belastung für die Spieler sein, das war mir vorher nicht so klar. Und natürlich ist da der Fanblock der sprichwörtliche 12. Mann im Team, die können dich pushen oder versuchen dich einschüchtern.
Im Spiel hat mir bei den Mainzern am besten der Tscheche Pospech mit der Nr. 3 gefallen. Der hatte schon in der 29. Min einen guten Schuss auf’s Frankfurter Tor gesetzt. In der 88. Min. flankte er dann von Außen auf Choupo-Moting, der zum 1:0 verwandelte. Da rasteten natürlich alle aus und ich war froh, dass ich das auch noch sehen konnte, der Treffer kam für Mainz auch vollkommen verdient.
Wir sind dann raus und wieder heim nach Würzburg. Wie ich dann zu Hause erfahren durfte hatte direkt nach dem Spiel Armin Veh, der Trainer von Frankfurt, noch einen schönen Spruch vor der Presse gemacht. Er sagte über das Spiel: „Wenn du die Scheiße hast, hast du sie!“ Wie wahr.

Jochen Volperts 35-jähriges Bühnenjubiläum im Omnibus

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Gestern Abend hat Jochen Volpert zu einem abendfüllenden Konzert in den Würzburger Omnibus eingeladen um zusammen mit Musikerfreunden, Verwandten, Bekannten und Sympathisanten sein 35-jähriges Bühnenjubiläum zu feiern. Passend dazu hat er im ersten Set sein in diesem Sommer erschienenes Solo-Album „Session 50.1“ vorgestellt. Ein lupenreines Bluesalbum mit Instrumentals plus einigen Vocal-Einlagen von Rockröhre Linda Schmelzer und Lebensgefährtin Carola Thieme, eine wirklich runde Sache. Stimmung hervorragend, der Omnibus war von Anfang an voll, einige späte Besucher mussten sogar nach Hause geschickt werden, ausverkauft. Das zweite Set startete mit einiges Songs interpretiert vom Duo Thieme & Volpert und danach noch ein paar Coversongs mit Band und dem lokalen R&B-Shouter Gerd Hart am Gesang. Das dritte und letzte Set startete mit einer Reminiszenz an Volperts Tage mit diversen unterfränkischen Coverbands, danach durfte ich selbst noch ein paar Songs singen. Den Abschluss machte dann das Urgestein Hugo Gündling mit einigen Bluesnummern in Powertrio-Besetzung. War ein langer und heißer Abend. Der Jubilar und seine musikalischen ‚Friends’ waren in Top-Spiellaune und durch die ständigen Besetzungs- und Sängerwechsel war’s auch sehr vielseitig und es kam keine Langeweile auf. Auf die nächsten 35 Jahre, Rock and Roll!

Buchkritik: „Eckert oder der Vogel im Weinberg“ von Sebastian Fickert

EckertIm September ist ein Würzburger Lokalkrimi von Sebastian Fickert im Verlag Königshausen & Neumann erschienen (160 Seiten, 9,80 Euro). Der Autor ist hauptberuflich Jurist und nebenbei fleißiger Autor in den verschiedensten Genres (zwei Reiseberichte, ein Roman). Im Dezember 2011 war er zu Gast in meiner Musiktalkshow „My Favourite Tracks“ und hat dort seine Lieblingsmusik vorgestellt und von seiner Arbeit als Richter und Autor erzählt (Playlist).

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Neue Aufnahmen der Musikstudenten

Gestern bin ich früh am Morgen zusammen mit dem Bandkollegen Sven Lehmkämper von Würzburg nach Bretten ins 5Stroke-Tonstudio von Jan Hees gefahren. Aus anderer Richtung kam noch der Kontrabassist Friedrich Betz dazu. Wir trafen uns um Schlagzeug und Bass für neue Aufnahmen der Band „Musikstudenten“ einzuspielen. Insgesamt fünf Songs unter anderem von Peter Fox, Britney Spears und Bruno Mars stilistisch neu-interpretiert im altbewährten und gut abgehangenen Jazzcombo-Sound der etablierten Unterhaltungsband. Schlagzeug ist diesmal etwas reduziert (keine Toms, kein High-Hat, dafür Woodblock und viel Tamburin), Kontrabass akustisch knurrig wie immer, dazu kommen noch Sopran-Sax/Klarinette und Gesang/Gitarre. Rhythmen, Abläufe und Sounds der (modernen) Originalvorlagen waren für uns tatsächlich ungewohnt und somit eine kleine handwerkliche Herausforderung. Arrangements waren aber zum Zeitpunkt der Aufnahmen geschrieben, wir hatten ordentlich geprobt und waren somit gut vorbereitet. Das Recording lief dann auch erwartungsgemäß flott und gut. So gut, dass wir gleich noch Percussion, einige Handclaps und einen brummigen shantie-artigen Background-Chor aufgenommen haben. Voc/Git/Sax werden nun noch per Homerecording hinzugefügt und das Ganze im Laufe des Novembers von Jan Hees gemischt und gemastert. Als Veröffentlichung sind geplant eine Online-EP (iTunes, Amazon etc.) und mehrere Musikvideos (ca. Ende Dez/Anfang Jan). Hit me, Baby, one more time!

IMG_1401Sven Lehmkämper studiert konzentriert einen Stimmauszug. Wie war das nochmal in Takt 48ff? Ach ja, Generalpause! (Lampe: IKEA)

IMG_1409Friedrich Betz in bester Spiellaune. Neben seiner rechten Schulter ein klassisches Pop-Album, das er als Glücksbringer bei jeder Session dabei hat. Hat gewirkt!

IMG_1410Soundwizzard Jan Hees an seinem Lieblings-Arbeitsplatz. Inkl. Polsterleiste am Mischpult, falls der Kopf bei nervigen Nachwuchsbands mal müde nach vorne kippt.

29. Jazzfestival der Jazzinitiative Würzburg (Sonntag)

Gestern war ich abends beim jährlichen Festival der Jazzinitiative Würzburg. Am Samstag hatte ich es aufgrund eines eigenen Engagements leider nicht geschafft, dafür immerhin am Sonntag. Angesagt waren drei Bands und anmoderiert wurden sie diesmal vom Freund und Musikerkollegen Stefan Hetzel, dem neuen Festivalsprachrohr der Ini. Er agierte in seiner neuen Rolle erwartungsgemäß gut vorbereitet und bestens gelaunt.

Die erste Band des Abends war die Würzburger Musikhochschulformation „Drei“, die im wesentlichen an Gesang, Gitarre und Klavier wirkte. Das Trio spielte einige eigene Songs, etwas willkürlich herausgepickte Fremdkompositionen (Sesame Street, The wind cries Mary) und ein Lied dessen spanischen Text sie sich auf der Bühne zum besseren Verständnis erstmal selbst übersetzen mussten. Als studierte Musiker beherrschen sie selbstverständlich ihr instrumententechnisches Handwerk. Bzgl. künstlerisch/musikalischer Aussage ist aber noch ordentlich Luft nach oben. Ein etwas präziseres Konzept als „Wir spielen Lieder, die uns gut gefallen“ wäre da sicher hilfreich.

IMG_1394Die nachfolgende Formation Shresz um den Schlagzeuger Eric Schaefer nennt ihr Programm „Who is afraid of Richard W.“ und neu-kontextualisiert Melodien aus dem Werk Richard Wagners. Übersetzt wird vorzugsweise in die etablierten und mittlerweile auch schon wieder fast klassischen Stile Ambient, Dub-Step und Electronic. Bei der Kombination steckt schon etwas Risiko drin. Aber: Das Experiment gelingt. Die Musiker hören und achten aufeinander, improvisieren, experimentieren, erschaffen mit Einsatz von elektronischen Effekten große Stimmungs- und Klangräume. Für mich das interessanteste Set des Abends.
IMG_1399Danach zum Abschluss des Festivals als Höhepunkt der Trompeter Randy Brecker aus dem Mutterland des Jazz. Brecker stammt aus New York und wurde begleitet von dem deutschen „Hammond Trio“ mit Jermaine Landsberger (Orgel), Paulo Morello (Gitarre) und Christoph ‚Funky’ Huber am Schlagzeug. Klassischer, virtuoser, aber durchaus inspirierter Jazz zu später Stunde. Ich bewundere immer wieder das angenehme Understatement und die selbstverständliche Lockerheit im Spiel der US-amerikanischen Vertreter des Jazz. Ein schöner Schlusspunkt für das 29. Jazzfestival. Ich konnte leider nicht bis zum allerletzten Ton bleiben, weil ich am nächsten Tag früh raus musste. Dazu bald mehr.

Konzerttipp: Dennis Schütze & Tim Grimm im Tiepolo Keller

Im Frühsommer diesen Jahres habe ich auf einem lang angelegten, musikalischen Roadtrip den Mittleren Westen der USA bereist und bin auf dem Weg auch durch Indianapolis, der Hauptstadt des Bundesstaats Indiana, gekommen. Ich hatte dort vorab eine Übernachtung im Indy Hostel gebucht und durch eine Verkettung von Ereignissen, die ich auch in der Retrospektive nur als skurril bezeichnen kann, habe ich dort als Zuhörer den Folksänger & Songschreiber Tim Grimm und seine Frau in einem Privatkonzert kennengelernt. War ein in jeder Hinsicht wunderschöner Abend, wir kamen nach dem Konzert noch ins Gespräch und haben lose vereinbart, dass wir in Kontakt bleiben, vielleicht ergäbe sich was, falls Tim Grimm mal wieder auf Tour in Europa geht. Wir haben danach dann auch wirklich was vereinbart und am Di-Abend, den 22. Oktober ist es soweit: Tim Grimm kommt mit seinem Sohn am Bass und einem weiteren Musiker an der Fiddle nach Würzburg in den Tiepolo Keller. Dennis Schütze & His Acoustic Combo werden den Abend mit einigen, eigenen, neuen Songs eröffnen und dann direkt an Tim übergeben. Einlass ab 20.00, Vorprogramm startet ab etwa 20.30.
GRIMM_TURNING_POINT_TOOBHier noch etwas offizielle Information: Tim Grimm ist ein amerikanischer Singer/Songwriter aus Indiana, USA. Er arbeitete schon als Schauspieler in Hollywood an der Seite von z.B. Harrison Ford, bewirtschaftet jedoch mittlerweile seine Farm in Indiana. Musikalisch bewegt er sich auf dem feinen Grad zwischen Folk und Country. Kritiker vergleichen seine Songs mit Johnny Cash, Woody Guthrie and (Nebraska-Ära) Bruce Springsteen. Neues Album: „The Turning Point“ (Sunny Moon).

Ron Spielman im Stattbahnhof, Schweinfurt

IMG_1383Gestern Abend war ich beim Konzert von Ron Spielman im Stattbahnhof in Schweinfurt, seiner alten Heimatstadt. Das Spielman-Trio mit Edward Maclean (bass) und Benny Greb (drums) existiert nicht mehr. Und so kam er mit neu besetzter, vier-köpfiger Band und spielte hauptsächlich Songs vom neuen Album „Swimming in the Dark“, das gerade erst im letzten Monat erschienen ist. Das Konzert begann pünktlich und ohne Vor-Programm mit dem ersten Track des neuen Albums. Dafür, dass Ron in seiner alten Heimat spielte, machte er im Verlauf des Konzertes nur einige wenige, kryptische Ansagen. Zusammen mit seinem derzeitigen Jesus-Look und den überwiegend sehr freien, solistischen Anteilen stellte sich bei mir da schon eine kleine Entfremdung ein. Verglichen mit seinen Konzerten mit dem RS-Trio, kam gestern auch nicht so eine enthemmte Spielfreude auf, was vielleicht daran lag, dass Ron diesmal ein musikalischer Widerpart fehlte. Von den Mitmusikern im Trio kamen damals merklich mehr Impulse. Die Rhythmusgruppe der neuen Formation spielte ordentlich mit, aber mehr auch irgendwie nicht. Unerwartet, aber ziemlich stark war der Einsatz der Sängerin und Multiinstrumentalistin Kileza, die viel Farbe in die Arrangements brachte und damit im Konzertverlauf einige angenehme Akzente setzte. So kam es zu einigen sehr schönen, zwei- und dreistimmigen Passagen, gesanglichen Soloeinlagen und musikalischen Zwiegesprächen zwischen den beiden. Insgesamt auf jeden Fall ein schöner Abend, keine Pause, eine Zugabe. Auch wenn es mir im Stattbahnhof in Schweinfurt ganz gut gefällt, hoffe ich, dass Ron Spielman bei seiner nächsten Tour mal wieder Station in Würzburg macht.