Album: „The Gristle & Bone Affair“ – Terry Lee Hale

Ganze sechs Jahre hat es gebraucht bis der Singer/Songwriters Terry Lee Hale nach seinem letzten Album „Bound, Chained, Fettered“ (2016) einen Nachfolger fertiggestellt hatte, angeblich verlangsamt und erschwert durch verordnete Lockdowns, aber irgendwie hätte es zwischendurch in den Sommermonaten doch genügend Lücken gegeben für die Aufnahmen von ein paar Songs, möchte man meinen. So oder so erscheint nun „The Gristle & Bone Affair“ mit acht kargen Songs und 38 Minuten Gesamtspielzeit und so viel lässt sich schon mal sagen: Es ist ein klassisches Singer/Songwriter-Album geworden und ein besonders gelungenes TLH-Album. Weiterlesen

Rab Noakes: „Under the Rain” (1984)

Mitte der 1980er Jahre lief ich bei einem Besuch bei meiner Großmutter in Berlin alleine in den Schallplattenladen im Europcenter in der Nähe der Gedächtniskirche am Ku’damm. Im Laden lief Musik, die mich sofort elektrisierte. Ich fragte den Verkäufer und er zeigt wortlos auf ein Plattencover auf einem Regal, gerade vom Vertrieb eingetroffen und gleich auf den Plattenteller gelegt. Zum ersten Mal hörte ich (evtl. als einer der ersten in Berlin/Deutschland/Kontinentaleuropa) das Album „Under the Rain“ (1984) des schottischen Singer/Songwriters Rab Noakes, der Verkäufer wollte sich wohl gerade selbst mal ein Bild davon machen. Ich kaufte das Album sofort, machte mir daheim eine Kassette und die hörte ich jahrelang auf meinem Walkman, immer und immer wieder. Mir ist sie geläufiger als viele Hits der 80er, ich kennen sie in- und auswendig. Noakes ist ein großartiger Sänger, tolle Phrasierung, er sang schon Background für u.a. Gerry Rafferty und er macht weiterhin Alben bis zum heutigen Tag.

„Under the Rain“ (11 Tracks, 37 Min) erschien nie auf CD und ist bis heute auch nicht als Download oder Stream erhältlich. Kann mir vorstellen, dass dem lizenzrechtliche Umstände zugrunde liegen, sicherlich liegt es nicht an der Musikqualität, ich halte es für sein bestes Album überhaupt. Damit es wenigstens indirekt erhältlich ist und nicht vollkommen in Vergessenheit gerät, habe ich einige Einzeltitel jetzt als Videos mit Foto des Albumcovers auf Youtube eingestellt. Mal sehen, ob es jemanden außer mich interessiert.

Mein Vinylalbum von damals ist übrigens noch wie neu, habe es nur einmal abgespielt um die Kassette zu ziehen, danach nie wieder aus der Hülle genommen. Hat alle Umzüge überlebt und steht unversehrt in meinem Wohnzimmerschrank.

Liner Notes: „This is“ (2022)

Das Album „This is“ erscheint weltweit am Freitag, den 06.05.2022 auf allen gängigen Download- & Streamingportalen. Weil es keine gepresste CD und demzufolge auch kein gedrucktes Booklet gibt, hier Einzelheiten zu Besetzung und ein persönlicher Kommentar zu jedem Song.

01. This is
Dennis Schütze: vocals, electric guitar, organ, bass; Jan Hees: drums

Hin und wieder sollte man innehalten, einen oder zwei Blicke zurückwerfen, den momentanen Stand der Dinge feststellen und sich überlegen, ob alles so läuft wie man es gerne hätte. Manchmal ist dann eine neue Kalibrierung von Nöten und da fängt man am besten von vorne an. Dieser Song ist für mich so eine radikale Neubewertung. Meine Stimme, mein Gesicht, mein Song, mein Weg stehen stellvertretend für meine Ausdrucksmittel, mein Erscheinungsbild, meine Entscheidungen und den daraus resultierenden Lebensweg. Das bin ich jetzt, aber wo will ich hin? Musikalisch stark riffbasiert, E-Gitarre, Orgel und Bläsersatz. Neuer Sound für mich. Kann man heutzutage alles selber machen, das gefällt mir.

02. LoFi Love
Dennis Schütze: vocals, electric guitar, organ, bass; Jan Hees: drums

Ein Songfragment, das mir zum Jahreswechsel 2020/21 einfach in den Schoss fiel, als ich am Klavier die Akkordfolge von „Beautiful Love“ vor mich hin klimperte und mich dabei immer wieder verspielte. Erst im Nachhinein erkannte ich, dass der Opener „Love, oh, love“ aus dem uralten City-Blues „Careless Love“ (1926) stammt, den ich als Teenager unendlich oft in Dauerschleife auf dem Walkman gehört hatte. Aber was soll’s: besser gut geklaut, als schlecht selbst ausgedacht. Oft braucht man eben einen guten externen Anstoss und ab dann läuft’s wie von selbst. Der Rest des verhältnismäßig kurzen Songtextes ist immerhin auch (hoffentlich!) von mir. Musikalisch mein erster Versuch im musikstilistischen Bereich des sog. Lofi, daher auch der Titel, denn nicht nur der Sound kann Low Fidelity haben, leider auch die Liebe. Wurde erstmals in einer Elektroversion von meinem Alter Ego LoFiLu veröffentlicht.

03. Hell or High Water
Dennis Schütze: vocals, electric guitar, organ, bass; Jan Hees: drums

Sowas entsteht, wenn man tagelang „Better Call Saul“ bingewatcht und währenddessen nebenbei auf der Gitarre rumrifft. Aus einigen Dialogzitaten und versprengten Rifffragmenten war schnell der Song zusammengesetzt. Später kamen noch der Chorus („Walk away in anger, walk away in pain“) und das durchkomponierte Solo dazu. Der Titel bezieht sich auf den gleichnamigen Neo-Western (2016) und der wiederum auf das gleichlautende Sprichwort, das Hank Williams in seinen inzwischen wiederveröffentlichten Radiosendungen zitierte. Und wer weiß schon woher er es hatte. There’s nothing new under the sun!

04. Big Blue Skies
Dennis Schütze: vocals, acoustic guitar, bass, beat

Eine Gelegenheitskomposition und -produktion, die ewig in der sprichwörtlichen Schublade lag. Ich war anfangs sehr unsicher was das sein soll, weil einige technische Spielereien zum Einsatz kommen, die ich noch vor wenigen Jahren rigoros abgelehnt hätte. Monate später, mit viel Abstand, als ich mich kaum noch an die Details des Entstehungsprozesses erinnern konnte, hat es mir dann gut gefallen. Guter Track für die EP und Erinnerung an mich selbst: Mach die mal locker, Alter!

05. A/B (Instrumental)
Dennis Schütze: electric guitars, ebass, Jan Hees: drums

Seit ich keine Live-Band und somit auch keinen Solisten mehr in meinem musikalischen Umfeld habe, brechen immer öfter instrumentale Fragmente aus mir heraus, die ich erstmal sinnvoll unterbringen muss. Die graphische Aufzeichnung „A/B“ fand ich in TABs auf einem alten Zettel gekritzelt unter einem dicken Stapel losen Papiers. Musste ich quasi nur noch einspielen und hatte dabei den Eindruck das hätte jemand anderes geschrieben, kann mich bis jetzt nicht daran erinnern, das notiert zu haben, ist aber definitiv meine Schrift. Immer wieder schön von sich selbst überrascht zu werden. Surprise me, my dear old self!

06. This is (Demo)
Dennis Schütze: vocals, electric guitar, bass, drums

Demo Version des Albumtitels, so klingen die Produktionen bevor der Schlagzeuger seinen Teil beisteuert und sein Mix und Master die Trackproduktion veredeln. Ein eigentlich unnötiger Bonustrack, aber warum eigentlich not?

voices & instruments by Dennis Schütze
drums & perc recorded by Jan Hees
mix: Jan Hees (tracks 1, 2, 3, 5), Dennis Schütze (tracks 4, 6)
production: Dennis Schütze (2022)

Out now: „This is“ – Dennis Schütze

Ab sofort ist das EP-Album „This is“ von Dennis Schütze auf allen gängigen Download- & Streamingportalen erhältlich (Amazon, Apple Music, spotify). Es umfasst sechs Tracks und hat 17 Min Laufzeit.

01 This is
02 LoFi Love
03 Hell or High Water
04 Big Blue Skies
05 A/B (Instrumental)
06 This is (Demo Version)

Musiker: Dennis Schütze (voc/git/organ/bass), Jan Hees (perc/drums)
Arrangements, Aufnahme & Produktion: Dennis Schütze, Mix & Master: Jan Hees

Out now: „21“ – LoFiLu

Ein Zusammenfassung aller in 2021 erschienen Tracks, in optimierten, remasterten Versionen. Ab sofort erhältlich auf allen gängigen Streamingportalen.

01. LoFi Love
02. Beautiful Love feat. Sandra Buchner
03. Flamenco Blue
04. Everything Must Change feat. Sandra Buchner
05. Black Orpheus (Orfeo Negro)
06. Minor Minuet
07. Minor Bolero feat. Nina Clarissa Frenzel
08. Unsquare Dance 7/4
09. Phrygian Azure
10. Phrygian Azure (No Beat)

Coming soon: „21“ – LoFiLu

01. LoFi Love
02. Beautiful Love feat. Sandra Buchner
03. Flamenco Blue
04. Everything Must Change feat. Sandra Buchner
05. Black Orpheus (Orfeo Negro)
06. Minor Minuet
07. Minor Bolero feat. Nina Clarissa Frenzel
08. Unsquare Dance 7/4
09. Phrygian Azure
10. Phrygian Azure (No Beat)

Erscheint im April 2022.