Buongiorno Italia (2023)

Zum Jahreswechsel 2022/23 begannen die Arbeiten an der EP „Italiano“, eine Kollektion italienischer Schlager der 1960er und 1970er. Die Idee dazu entstand Anfang Dezember, als die Musikstudenten für einen italienischen Geburtstag gebucht waren und meine regulären Mitmusiker verhindert waren. Aber es gab kompetenten Ersatz: Thilo Hofmann am Bass und Valentin(o) Scheffzek am Saxophon. Zusammen suchten wir einige italienische Canziones heraus, jeder was er hatte, um den Gästen zusätzlich zu unserem normalen Programm eine kleine Freude zu machen. Lief dann auch sehr erfreulich, alle italienischen Lieder wurden begeistert gefeiert, es wurde mitgesungen und viel getanzt, der Wein und das Essen waren außergewöhnlich, es war ein Riesenspass. Als wir zusammenpackten war irgendwie klar, dass wir das aufnehmen sollten und so kam es dann auch.

Nach den Feiertagen begannen Thilo und ich Vorproduktionen für sechs Lieder zu erarbeiten, Grundbesetzung: Gesang, Gitarre, Sopransaxophon, Bass, Percussion und bei der Hälfte der Lieder auch kleines Schlagzeug. Unsere eigenen Parts konnten wir, Pilotgesänge wurden eingesungen, Saxophon arrangiert, Bass und Percussion erstmal programmiert. Noch vor 3K war das soweit fertig, die Vorproduktion wurde verteilt und jeder arbeitete weiter an seinen Parts. Gerade sind die Schlagzeugparts, Saxophone und Gitarren komplett eingespielt. Valentin war an einem Nachmittag bei mir und hat alles mit viel italienischer Seele eingespielt, dazwischen gab’s Pasta mit frischem Pesto und Parmesan. In dieser und nächster Woche arbeiten Thilo und ich an den Gesängen und den Backgroundgesängen, dann geht’s in den Mix. Wird spätestens Anfang April 2023 erscheinen, dazu machen wir mehrere Videos und evtl. ein kleines Releasekonzert bei einem Italiener, mal sehen.

Hier die Liederauswahl: L’Italiano, Tu vuo fa l’americano, Su di noi, That’s amore, Marina, Quando Quando, Tarantella Napolitana. Einige davon 2x, in deutscher und italienischer Fassung.

Passend zum Projekt erschien kürzlich: „Azzurro – Mit 100 Songs durch Italien“ von Eric Pfeil.

Out now: „Lauflieder“ (EP) – Simon-Philipp Vogel

Ab sofort ist das EP-Album „LAUFLIEDER“ des Würzburger Liedermachers Simon-Philipp Vogel auf allen gängigen Download- & Streamingportalen erhältlich (Amazon, Apple Music, spotify). Mit knapp 30 Min. Laufzeit umfasst es sieben neue eigene Lieder.

01 Lauflieder
02 Hook
03 Wie wir sind
04 Film Noir
05 Mein guter Freund
06 Zuhause
07 Das Leben ist schön

Beteiligte Musiker: Simon-Philipp Vogel,  Dennis Schütze
Produktion: Simon-Philipp Vogel & Dennis Schütze, (C) 2023

Digitales Booklet: Booklet_Lauflieder

Cover/Foto: Jerry Reed (1971/72)

Wie der US-amerikanische Fingerpicker mit einer für ihn eigentlich untypischen Resonatorgitarre und Adidas-Turnschuhen an den Füssen auf einem Schaukelstuhl kippelt und sich mit gekreuzten Beinen locker an der holzbeschlagenen Wand einer alten Hütte abstützt. Im T-Shirt und mit einem alten Anglerschlapphut auf dem Kopf. Das dürfte schon eines der coolsten Albumcoverfotos der frühen 1970er sein („Ko-Ko Joe“, 1971), für mich jedenfalls.
Nur ein Jahr später erschien dann das Album „Best of Jerry Reed“ (1972), selber Hut, abartig entspannt, schaut sich Reed auf diesem Schnappschuss selbst gut gelaunt beim Gitarrespielen zu, Instrument mit Capo bestückt, Daumen der Zupfhand mit Thumbpick und man kann deutlich erkennen, dass er gerade den Ringfinger zum Anschlag nutzt. Nicht gerade die klassisch gepflegte Spielhaltung, aber egal. Der Mann war naturcool, komplett bei sich, selbst als Schauspieler in Highway-Komödien wie „Smokey and the Bandit“ spielte er keine Rolle, sondern immer nur sich selbst. Was’ne Type!

Album: „The Gristle & Bone Affair“ – Terry Lee Hale

Ganze sechs Jahre hat es gebraucht bis der Singer/Songwriters Terry Lee Hale nach seinem letzten Album „Bound, Chained, Fettered“ (2016) einen Nachfolger fertiggestellt hatte, angeblich verlangsamt und erschwert durch verordnete Lockdowns, aber irgendwie hätte es zwischendurch in den Sommermonaten doch genügend Lücken gegeben für die Aufnahmen von ein paar Songs, möchte man meinen. So oder so erscheint nun „The Gristle & Bone Affair“ mit acht kargen Songs und 38 Minuten Gesamtspielzeit und so viel lässt sich schon mal sagen: Es ist ein klassisches Singer/Songwriter-Album geworden und ein besonders gelungenes TLH-Album. Weiterlesen

Rab Noakes: „Under the Rain” (1984)

Mitte der 1980er Jahre lief ich bei einem Besuch bei meiner Großmutter in Berlin alleine in den Schallplattenladen im Europcenter in der Nähe der Gedächtniskirche am Ku’damm. Im Laden lief Musik, die mich sofort elektrisierte. Ich fragte den Verkäufer und er zeigt wortlos auf ein Plattencover auf einem Regal, gerade vom Vertrieb eingetroffen und gleich auf den Plattenteller gelegt. Zum ersten Mal hörte ich (evtl. als einer der ersten in Berlin/Deutschland/Kontinentaleuropa) das Album „Under the Rain“ (1984) des schottischen Singer/Songwriters Rab Noakes, der Verkäufer wollte sich wohl gerade selbst mal ein Bild davon machen. Ich kaufte das Album sofort, machte mir daheim eine Kassette und die hörte ich jahrelang auf meinem Walkman, immer und immer wieder. Mir ist sie geläufiger als viele Hits der 80er, ich kennen sie in- und auswendig. Noakes ist ein großartiger Sänger, tolle Phrasierung, er sang schon Background für u.a. Gerry Rafferty und er macht weiterhin Alben bis zum heutigen Tag.

„Under the Rain“ (11 Tracks, 37 Min) erschien nie auf CD und ist bis heute auch nicht als Download oder Stream erhältlich. Kann mir vorstellen, dass dem lizenzrechtliche Umstände zugrunde liegen, sicherlich liegt es nicht an der Musikqualität, ich halte es für sein bestes Album überhaupt. Damit es wenigstens indirekt erhältlich ist und nicht vollkommen in Vergessenheit gerät, habe ich einige Einzeltitel jetzt als Videos mit Foto des Albumcovers auf Youtube eingestellt. Mal sehen, ob es jemanden außer mich interessiert.

Mein Vinylalbum von damals ist übrigens noch wie neu, habe es nur einmal abgespielt um die Kassette zu ziehen, danach nie wieder aus der Hülle genommen. Hat alle Umzüge überlebt und steht unversehrt in meinem Wohnzimmerschrank.

Liner Notes: „This is“ (2022)

Das Album „This is“ erscheint weltweit am Freitag, den 06.05.2022 auf allen gängigen Download- & Streamingportalen. Weil es keine gepresste CD und demzufolge auch kein gedrucktes Booklet gibt, hier Einzelheiten zu Besetzung und ein persönlicher Kommentar zu jedem Song.

01. This is
Dennis Schütze: vocals, electric guitar, organ, bass; Jan Hees: drums

Hin und wieder sollte man innehalten, einen oder zwei Blicke zurückwerfen, den momentanen Stand der Dinge feststellen und sich überlegen, ob alles so läuft wie man es gerne hätte. Manchmal ist dann eine neue Kalibrierung von Nöten und da fängt man am besten von vorne an. Dieser Song ist für mich so eine radikale Neubewertung. Meine Stimme, mein Gesicht, mein Song, mein Weg stehen stellvertretend für meine Ausdrucksmittel, mein Erscheinungsbild, meine Entscheidungen und den daraus resultierenden Lebensweg. Das bin ich jetzt, aber wo will ich hin? Musikalisch stark riffbasiert, E-Gitarre, Orgel und Bläsersatz. Neuer Sound für mich. Kann man heutzutage alles selber machen, das gefällt mir.

02. LoFi Love
Dennis Schütze: vocals, electric guitar, organ, bass; Jan Hees: drums

Ein Songfragment, das mir zum Jahreswechsel 2020/21 einfach in den Schoss fiel, als ich am Klavier die Akkordfolge von „Beautiful Love“ vor mich hin klimperte und mich dabei immer wieder verspielte. Erst im Nachhinein erkannte ich, dass der Opener „Love, oh, love“ aus dem uralten City-Blues „Careless Love“ (1926) stammt, den ich als Teenager unendlich oft in Dauerschleife auf dem Walkman gehört hatte. Aber was soll’s: besser gut geklaut, als schlecht selbst ausgedacht. Oft braucht man eben einen guten externen Anstoss und ab dann läuft’s wie von selbst. Der Rest des verhältnismäßig kurzen Songtextes ist immerhin auch (hoffentlich!) von mir. Musikalisch mein erster Versuch im musikstilistischen Bereich des sog. Lofi, daher auch der Titel, denn nicht nur der Sound kann Low Fidelity haben, leider auch die Liebe. Wurde erstmals in einer Elektroversion von meinem Alter Ego LoFiLu veröffentlicht.

03. Hell or High Water
Dennis Schütze: vocals, electric guitar, organ, bass; Jan Hees: drums

Sowas entsteht, wenn man tagelang „Better Call Saul“ bingewatcht und währenddessen nebenbei auf der Gitarre rumrifft. Aus einigen Dialogzitaten und versprengten Rifffragmenten war schnell der Song zusammengesetzt. Später kamen noch der Chorus („Walk away in anger, walk away in pain“) und das durchkomponierte Solo dazu. Der Titel bezieht sich auf den gleichnamigen Neo-Western (2016) und der wiederum auf das gleichlautende Sprichwort, das Hank Williams in seinen inzwischen wiederveröffentlichten Radiosendungen zitierte. Und wer weiß schon woher er es hatte. There’s nothing new under the sun!

04. Big Blue Skies
Dennis Schütze: vocals, acoustic guitar, bass, beat

Eine Gelegenheitskomposition und -produktion, die ewig in der sprichwörtlichen Schublade lag. Ich war anfangs sehr unsicher was das sein soll, weil einige technische Spielereien zum Einsatz kommen, die ich noch vor wenigen Jahren rigoros abgelehnt hätte. Monate später, mit viel Abstand, als ich mich kaum noch an die Details des Entstehungsprozesses erinnern konnte, hat es mir dann gut gefallen. Guter Track für die EP und Erinnerung an mich selbst: Mach die mal locker, Alter!

05. A/B (Instrumental)
Dennis Schütze: electric guitars, ebass, Jan Hees: drums

Seit ich keine Live-Band und somit auch keinen Solisten mehr in meinem musikalischen Umfeld habe, brechen immer öfter instrumentale Fragmente aus mir heraus, die ich erstmal sinnvoll unterbringen muss. Die graphische Aufzeichnung „A/B“ fand ich in TABs auf einem alten Zettel gekritzelt unter einem dicken Stapel losen Papiers. Musste ich quasi nur noch einspielen und hatte dabei den Eindruck das hätte jemand anderes geschrieben, kann mich bis jetzt nicht daran erinnern, das notiert zu haben, ist aber definitiv meine Schrift. Immer wieder schön von sich selbst überrascht zu werden. Surprise me, my dear old self!

06. This is (Demo)
Dennis Schütze: vocals, electric guitar, bass, drums

Demo Version des Albumtitels, so klingen die Produktionen bevor der Schlagzeuger seinen Teil beisteuert und sein Mix und Master die Trackproduktion veredeln. Ein eigentlich unnötiger Bonustrack, aber warum eigentlich not?

voices & instruments by Dennis Schütze
drums & perc recorded by Jan Hees
mix: Jan Hees (tracks 1, 2, 3, 5), Dennis Schütze (tracks 4, 6)
production: Dennis Schütze (2022)