Graphic Novel: „George Orwell“ von Pierre Christin & Sébastien Verdier

Pierre Christin ist ein französischer Szenarist für Comics, Romane und Drehbücher, Sébastien Verdier ist ein französischer Illustrator und Comiczeichner, zuletzt u.a. „Rencontre sur la Transsaharienne“ (2014), „Zodiaque, Tom 3“ (2012). Im Sommer erschien ihre Zusammenarbeit „George Orwell“, eine Biografie des englischen Autors als Graphic Novel, in Exkursen, mitgewirkt haben zusätzlich die Kollegen André Juillard, Oliver Balez, Manu Larcebet, Blutch , Juanjo Guarnido und Enki Bilal. Weiterlesen

Buch: „Vom Imperiengeschäft“ von Berthold Seliger

Berthold Seliger ist freier Autor und betreibt seit Jahrzehnten eine eigene Konzertagentur. Im Frühjahr 2013 legte er mit dem Buch „Das Geschäft mit der Musik: Ein Insiderbericht“ einen bestens informierten, aufklärenden und meinungsstarken Text vor, der ungewohnte Einblicke in die Mechanismen der modernen Musikwirtschaft gewährte. Zwei Jahre später folgte „I have a stream“ (2015) ein umfangreiches und wohlbegründetes Plädoyer für die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen, „gebührenfinanzierten Staatsfernsehens“ in ausladender Form. Mit seinem aktuellen dritten Buch fasst Seliger wiederum ein heißes Eisen an und persönlicher kann es für einen passionierten Konzertagenten wohl kaum mehr werden. In „Vom Imperiengeschäft“ (2019) geht es um das Geschäft mit (Popmusik-)Konzerten, Festivals und Soziales. Seliger berichtet darüber „wie Großkonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören“. Wie immer sind seine Ausführungen weitreichend, nachvollziehbar belegt und zutiefst aufschlussreich, allerdings auch im besten Sinne parteiisch und tendenziös. Weiterlesen

EU-Urheberrechtsreform

Ich bin Urheber in Ton, Text und Bild, Musiker, Autor, Publizist, Musik- & Videoproduzent, aber auch Konsument und eifriger Nutzer neuer Medien. Die (All-)Macht von Internetgiganten wie Facebook, Google usw. sehe ich kritisch. Soweit möglich versuche ich deren Dienste nicht zu nutzen.

Heute finden in Deutschland wieder einmal Proteste gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform statt und das verstehe ich nicht. Warum sollten wir ausgerechnet profitorientierten US-amerikanischen Großkonzernen Sonderrechte auf Kosten von Urhebern einräumen. Kann mir (als Urheber) das mal einer erklären? Und warum kommen in der Diskussion fast keine Urheber, also die eigentlich betroffenen, zu Wort?

Meines Wissens steht es jedem Urheber frei sein geistiges Eigentum zu verschenken. Manche wollen die Nutzungsrechte aber auch verkaufen. Bei einer Nutzung muss also nachgefragt werden, um das zu vereinfachen gibt es verschiedene Verwertungsgesellschaften, eigentlich also alles geregelt, wenn sich alle an Recht und Gesetzt halten, nur tun das die Konzerne leider nicht, sondern spielen ihre Macht aus. Daher halte ich die EU-Urheberrechtsreform für angebracht und überfällig.

Mein Mediennutzungsverhalten (2018)

Anfang 2017, also vor knapp zwei Jahren, habe ich in einer Art Selbstanalyse mein Mediennutzungsverhalten offenbart. Im laufenden Jahr 2018 haben sich etliche Bestandteile massiv verändert, deswegen hier ein Update.

Internet & Blogs
Meine Lieblingsseiten im Netz sind immer noch Wikipedia, sueddeutsche.de, faz.net und einige wenige Blogs, die ich nahezu täglich verfolge. Habe RSS-Feeds, nutze sie aber nicht. Mir fällt auf, dass viele Blogs und Homepages nicht mehr gepflegt werden. Das hinterlässt bei mir ein unangenehmes Gefühl. Sind die Betreiber umgezogen? Hat sich das Interessensfeld verändert? Haben sich die Institutionen / Projekte / Bands aufgelöst? Eine Schlussbemerkung wäre da hilfreich, fehlt aber oft. Als genauso schlimm empfinde ich es, wenn Blogbetreiber zwar weitermachen, aber aufhören eigene Inhalte produzieren und nur noch fremde Inhalte verlautbaren.
Das Netz nutze ich weiterhin für Einkäufe (amazon, ebay), allerdings nicht mehr für CDs, DVDs etc., sondern für alltägliche Kleinigkeiten, für die man früher mal schnell in die Stadt gefahren ist. Musikgerätschaft und Kabel seit Jahren bei Thomann. Downloads fallen mittlerweile aus (Streaming). Weiterlesen

Über geistige Deformation

„[…] Im vierten vorchristlichen Jahrhundert beschrieb Aristoteles eine Einstellung, die mehr als zwei Jahrtausende Bestand haben sollte, als er auf die strukturelle Unvereinbarkeit von Zufriedenheit und bezahlter Arbeit hinwies. Wer unter finanzieller Bedürftigkeit litt, stand für den griechischen Philosophen auf einer Stufe mit Sklaven und Tieren. So gewiss wie eine merkantile Gesinnung führte auch körperliche Arbeit zu geistiger Deformation. Nur ein Privatvermögen und ein Leben in Muße gestatteten es dem Bürger, die höheren Freuden der Musik und Philosophie in adäquater Weise genießen zu können.“

Buch: „Freuden und Mühen der Arbeit“ von Alain de Botton, Fischer, S. 110