Songproduktion: „Nur ein Wort“ von Simon-Philipp Vogel

Der Würzburger Liedermacher Simon-Philipp Vogel hat mit „Nur ein Wort“ seine erste Interpretation einer Fremdkomposition vorgelegt. Der Song stammt ursprünglich von Wir sind Helden und erschien auf dem Album „Von hier an blind“ (2005).

Aus dem Originalarrangement wurde als erstes die E-Gitarre gestrichen und die Erzählperspektive von Frau auf Mann gedreht. Als Instrumente kamen hinzu Mundharmonika und Piano. Besetzung: Simon-Philipp Vogel (Gesang, Gitarre), Dennis Schütze (Mundharmonika, Piano, Tibetische Klangschale, B-Vocs, E-Bass) und Jan Hees (drums, percussion, mix). Produktion: Simon-Philipp Vogel & Dennis Schütze. Kommentare und Feedback aller Art sind wie immer herzlich Willkommen.

Noten: „Sor for Guitar“ von Martin Hegel (Hg.)

Fernando Sor zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Figuren der mitteleuropäischen Gitarrenkultur. Er wurde 1778 in Barcelona geboren, schlug zuerst eine militärische Karriere ein, wurde aber bald hauptberuflicher Gitarrist und Komponist. Sor lebte und arbeitete im Laufe seines Lebens in Paris, London und Moskau. Er wirkte als Gitarrenvirtuose, verfasste abendfüllende Opern, Einzelwerke und Etüdenzyklen für klassische Gitarre, u.a. auch die Gitarrenschule „Methode pour la Guitare“ (1830). Nach einer aufregenden internationalen Karriere starb Sor 1839 in seiner Wahlheimat Paris und wurde dort auf dem Friedhof Montmartre begraben. Weiterlesen

Noten: „Best of Pop & Rock for Acoustic Guitar“ von Beat Scherler

Beat Scherler hat in Zürich studiert, arbeitet als Instrumentalpädagoge und betätigt sich als Herausgeber von umarrangierten Popsongs. Mit seinem Vornamen wäre er prädestiniert gewesen für eine Karriere als Schlagzeuger oder wenigstens Percussionist, aber er hat sich für die klassische Gitarre entschieden und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen instrumentale Umarbeitungen zeitgenössischer Popsongs. Die Reihe „Best of Pop & Rock for Acoustic Guitar“ erscheint seit mehr als 10 Jahren und umfasst ca. ein Dutzend Hefte mit jeweils acht Songs. 2016 wurde von Scherler ein Abkömmling dieser Reihe mit dem Zusatz „light“ veröffentlicht, es soll sich also wohl um leicht zu spielende Arrangements handeln. Außerdem steht da noch „1“, was wohl bedeutet, dass bereits weitere Bände geplant sind. Weiterlesen

Buch: „Kann mir bitte jemand das Wasser reichen“ von Ari Turunen

Ari Turunen ist ein finnischer Wissenschaftsjournalist und hält Vorträge zu kulturgeschichtlichen Themen. Bereits 2010 erschien die finnische Originalausgabe von „Kann mir jemand das Wasser reichen?“, 2016 dann die deutsche Übersetzung und im März 2017 die ungekürzte Taschenbuchausgabe. Weiterlesen

Noten: „Simply Classic Rock Guitar“ von Achim Göres

Achim Göres (*1957) ist E-Gitarrist und Mitbetreiber eine Münchner Musikschule. Laut eigener Aussage ist er einer der „gefragtesten Live- und Studiogitarristen“ und „unterwegs in ganz Deutschland.“ Außerdem ist er „mehrfacher deutscher Meister im Rudern, Slalom-Ass und Kung-Fu-Kämpfer.“ So steht es vollkommen ironiefrei im offiziellen Pressetext. Eventuell züchtet er auch seltene Orchideen, kocht hobbymäßig auf Sterneniveau (Selbsteinschätzung) und ist ein großartiger Liebhaber, aber das ist nur eine Vermutung.
Zusammengefasst jedenfalls ideale Qualifikationen um eine Anleitung zum Erlernen der klassischen Rockgitarre zu verfassen. Weiterlesen

Album: „Prehistoric Rhythm“ von My Baby

My Baby ist ein niederländisch-neuseeländisches Trio und besteht aus der Frontfrau Cato van Dijck (voc), ihrem Bruder Sheik (drums) und Daniel Johnston (guitar). 2013 veröffentlichten sie ihr Debutalbum „Loves Voodoo!“, 2015 erschien der Nachfolger „Shamanaid“ und sie spielten allein in diesem Jahr mehr als 200 Konzerte in Südafrika, Neuseeland, USA, UK und Deutschland.

Im März 2017 erschien mit „Prehistoric Rhythm“ nun bereits das dritte Album der Formation, diesmal bei dem norddeutschen Indielabel Gitterhouse aus Beverungen. Das Label beschreibt die Musik mit den Schlagworten Desert-Rock, Indie (sind wir nicht alle ein bisschen Indie?), Hippie-Rock, Psychodelia und Electronica. Iuoah, kann man so sehen. Das neue Album wurde hauptsächlich auf einer 4-Track Bandmaschine von Ampex aus den Fünfziger Jahren aufgenommen: „We wanted it to sound old so you feel as though you experience something not linked to the present, but rather like traveling through different eras“, sagt Sheik.

Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen und hat starke Bezüge zu Trip-Hop und Drums & Bass der 1990er, allerdings frischer und unvorhersagbarer, deswegen passt der Albumtitel ganz gut. Direkt prähistorisch erscheinen die Beats zwar nicht gerade, aber durchaus zeitlos, archaisch und erkennbar analog. Anspieltipp: #7 “Make a Hundred“. Das Album steht zur Verfügung als Stream, Download, CD oder Vinyl.

Tourtermine sind auf der Webseite bedauerlicherweise nicht verzeichnet, obwohl vermutlich eine Tour zur Veröffentlichung des neuen Album ansteht. Hier das Musikvideo zu „Love Dance“, dem dritten Track des Albums.

My own little travel ban: USA – No More (2017)

I was born and raised in West Germany in the 1970s. Due to my father’s musical preference I grew up on American Rock’n’Roll of the 50s and Country & Western of the 60s and 70s. I listened to Hank Williams, Fats Domino, Chuck Berry, Little Richard, Smiley Lewis, Elvis Presley, Chet Atkins, Jerry Reed, and a whole parking lot of Jerry Lee Lewis and listened to it on Vinyl, Cassette and the Armed Forces Network Radio (AFN). There was no way out and I really sucked it in.

When I turned sweet little sixteen I flew over the Atlantic and spent a full year as an exchange student in South Point, Ohio and Tulsa, Oklahoma. Yes, I know, not quite the epicenter of American culture, but I learned a lot about the all American psyche during my time at these places. The next summer I returned to Germany with the capability to speak, read and write fluently in American English and had went through a truckload of experience, some good and some not so good. I also had a drivers licence in my pocket, skater cloth on and a flat top hairstyle, but that grew out over time. Weiterlesen

Buch: „Gebrauchsanweisung für das Leben“ von Andreas Altmann

Andreas Altmann, der deutsche Reisejournalist und Buchautor, widmet sich im vorangeschrittenem Alter philosophischen Betrachtungen über Liebe und Leben. Ging es bei „Frauen. Geschichten.“ (2015) um sein persönliches Verhältnis zum anderen Geschlecht, so greift er bei der aktuellen Veröffentlichung noch etwas höher. „Gebrauchsanweisung für das Leben“ (2017) heißt das Buch aus der etablierten Piper-Reihe für die Altmann vor ein paar Jahren schon mal die „Gebrauchsanweisung für die Welt“ (2012) beigesteuert hatte. Weiterlesen

Noten: „Beatles-Songs & Traditionals“ von Dieter Kreidler

Wenn man in den 1980er oder 1990er Jahren in Deutschland das Spiel der klassischen Gitarre erlernen wollte, waren die Lehrwerke „Gitarrenschule“ (1977) von Dieter Kreidler und „Die neue Gitarrenschule“ (1984) von Heinz Teuchert die Standardunterrichtswerke der meisten Instrumentallehrer. Beide Publikationen wurden später durch weitere Bände und ergänzende Spielhefte erweitert und zeichnen sich aus durch einen – aus heutiger Sicht – sehr trockenen und akademischen Zugang. Wenn man bedenkt, dass die Zielgruppe wohl hauptsächlich aus Kindern und Jugendlichen im Alter von 8-16 Jahren bestand, ist erstaunlich wie humorlos und textlastig Beschreibungen und methodischer Aufbau sind und wie uninspiriert und rückwärtsgewandt die Auswahl der musikalischen Stückchen. Sie bestand, wohl um Lizenzgebühren zu sparen, fast ausnahmslos aus uralten Kinderliedern und internationaler Folklore von anno dunnemal. So wurde vermutlich vielen Gitarristen der Spaß an der klassischer Gitarre schon im Ansatz ausgetrieben. Ein kleiner Lichtblick waren da die Arrangements von Beatles-Songs am Ende des ersten Bandes der Gitarrenschule von Dieter Kreidler (wenn man so lange durchgehalten hatte). Zwischen „Yankee Doodle Dandee“, „Oh, when the Saints“ und „Swing Low“ fanden sich die Arrangements von „Yesterday“ und „Yellow Submarine“, die damals freilich auch schon einige Jahre auf dem Buckel hatten, aber immerhin, es war ein Hinweis darauf, dass sich auf der klassischen Gitarre sehr wohl Bezüge zu halbwegs modernen und/oder popmusikalischen Inhalten herstellen ließ, wenn man denn wollte. Weiterlesen

RIP: Chuck Berry

Chuck Berry, Sänger, Songschreiber und Gitarrist, ist im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in St. Charles, Missouri verstorben. Der legendäre Pionier des Early Rock’n’Roll hatte in den späten 1950ern etliche musikalische Hits und beeinflusste damit Musiker und Bands wie The Beatles, The Rolling Stones, Jimi Hendrix, AC/DC und viele andere.

Berry wurde 1926 in St. Louis geboren. Noch während seiner Zeit an der Highschool wurde er wegen kleinkrimineller Delikte verhaftet und verurteilt, verbrachte einige Zeit im Gefängnis und wurde zu seinem 21. Geburtstag entlassen. Er arbeitete als Fabrikarbeiter, machte eine Ausbildung zum Frisör und startete nebenbei seine musikalische Karriere. 1955 unterschrieb er einen Vertrag bei Chess Records in Chicago und hatte mit „Maybellene“ einen ersten Hit, dem viele weitere folgen sollten.

Seine wichtigsten Alben sind: „After School Sessions“ (1957), „One Dozen Berrys“ (1958), „Chuck Berry is on Top“ (1959). Wer mehr über ihn erfahren will, sollte seine Autobiographie (1988) lesen und sich die Konzertdokumentation „Hail! Hail! Rock’n’Roll“ (Taylor Hackford, 1987) ansehen.

Hier ein schöner Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1972 (BBC).

Ach ja, eine gute Neuigkeit gibt’s auch noch: Bereits Ende letzten Jahres wurde bekannt, dass Chuck Berry u.a. mit zwei seiner Kinder nach 38 Jahren sein erstes (und letztes) Studioalbum seit „Rock It“ (1979) eingespielt hat. Die Songs „[are] covering the spectrum from hard-driving rockers to soulful thought-provoking time capsules of a life’s work“. Berry hat die Aufnahmen vor seinem Tod seiner Ehefrau Themetta gewidmet, mit er 68 Jahre verheiratet gewesen war. Das Album mit dem Titel „Chuck“ soll demnächst erscheinen.