Singer from Singapore

Seit einiger Zeit produziere ich zwei Songs mit der Sängerin Zacquine Miken aus Singapur. Alles fing damit an, dass mir Musikerkollege und Blogkommentator Marius-Antonin Fleck von ihr erzählte. Dass Marius leidenschaftlich gerne Ukulele spielt, wusste ich da schon. Dass sich mit diesem kleinen Instrument internationale, ja sogar krosskontinentale Beziehungen herstellen lassen, war mir allerdings neu, aber das Internet und soziale Netzwerke machen es möglich. Marius war nach der Aufnahme bilateraler Beziehungen kurzerhand in die asiatische Metropole geflogen und hat zusammen mit Zacq einen Song geschrieben und ein feines Ukulelearrangement ausgearbeitet. Als er wieder zurück in Würzburg war präsentierte er mir ein Demo des Songs „Drawn to You“ und schlug vor, dass ich den einzelnen Song produzieren, dass heißt Aufnahme, Mix und Master koordinieren sollte. Der Song hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen und ich sagte sofort zu. Zacq war aber in ihrer Heimatstadt und so starteten wir erstmal mit der Einspielung der Ukulele von Marius und einer Kontrabassstimme von Camilo Goitia. So weit so gut. Die Idee den Gesang in einem Studio in Singapur aufzunehmen war theoretisch richtig, lief dann aber nicht so wie erhofft und das hatte zur Konsequenz, dass wir beschlossen den Gesang lieber gleich selbst, hier in Würzburg bei einem geplanten Besuch von Zac aufzunehmen. Es lagen ein paar Wochen zwischen dieser Entscheidung und dem Aufnahmetermin und die nutzten wir um gleich noch einen zweiten Song mit Ukulele und Kontrabass vorzuproduzieren.

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Gestern war Zacq dann endlich bei mir. Sie überraschte mich mit einem netten Geschenk, wir lernten uns ein wenig beim englischsprachigen Smalltalk kennen und dann legten wir auch schon los und zwar mitten im Wohnzimmer. Neumann hatte ich schon aufgebaut, Zacq war gut vorbereitet und wir haben in 2h die Leadvocals für beide Songs fertiggestellt. Anfang nächster Woche kommt dann noch eine zweite Session für die Backings. Zac ist eine beeindruckende Sängerin, intonationssicher, stabiles Rhythmusgefühl, gute Artikulation, schöne Farbe, mit Vibrato und allem drum und dran, es war eine wahre Freude. Das Recording vor Ort ist also bald beendet, danach geht’s voraussichtlich weiter zu Jan Hees nach Bretten für etwas Percussion und evtl. dezentes Schlagzeug, dann noch Mix und Master und bis Ende September sollten die Songs fertigproduziert sein. Vielleicht werden dann auch noch Videos gemacht, auf jeden Fall gibt’s wohl bis zum Herbst 2015 eine erste, wirklich internationale Musikproduktion von mir zu hören. Schöne Aussichten!

Buch: „Harmonielehre für Gitarre“ von Gerhard Brunner und Thomas Dütsch

HarmonielehreIn diesem Sommer erschien bei PPV Medien das Buch „Harmonielehre für Gitarre“. Es handelt sich dabei um die erste musiktheoretische Veröffentlichung der fränkischen Autoren Gerhard Brunner und Thomas Dütsch. Brunner trat bisher vorwiegend als Cartoonist und Illustrator in Erscheinung und hat in den letzten Jahren zwei CD-Alben als E-Gitarrist veröffentlicht. Über Thomas Dütsch waren im Netz keine weiterführenden Information zu finden, laut Klappentext ist er Gitarrist und Sänger. Beide Autoren sind akademisch unausgebildete Autodidakten und wollen mit ihrer Publikation nach eigener Aussage eine an der musikalischen Praxis orientierte Alternative zu etablierten Standardwerken bieten. Zur Anpreisung werden bereits auf Buchdeckel und -rücken etliche vollmundige bis reißerische Ankündigungen bemüht: „Akkorde schnell verstehen und perfekt einsetzen“, „kreativer improvisieren“, „Mehr Spaß mit Musik“, „Dieses Buch bietet alles, was ein moderne Gitarrist über Harmonie- und Melodielehre wissen muss“ und „Ihr Publikum wird begeistert sein!“. Ah, ja. Das Büchlein startet mit einer Einleitung, einer Vorbemerkung und gliedert sich dann in die Kapitel „Akkorde und Harmonik“, „Melodie und Skalen“, „Praxisbeispiele und Funktionsanalysen“, „Verminderte und Dominantketten“, „Neapolitaner und Modales Zeugs“ und endet mit einem Anhang, der den Quintenzirkel und ein Sachregister umfasst. Weiterlesen

Buch: „Sturm über New Orleans“ von James Lee Burke

SturmNewOrleansJames Lee Burke ist ein sehr emsiger, amerikanischer Autor. Seit Mitte der 1980er Jahre hat er in verschiedenen Krimireihen mehr als 30 zum Teil sehr umfangreiche Bücher und verschiedene Kurzgeschichten veröffentlicht. Das Buch „Sturm über New Orleans“ war seine persönliche Reaktion auf die furchtbaren Geschehnisse nach dem verheerendem Sturm „Katrina“ in New Orleans im Jahr 2005 und erschien unter dem Titel „The Tin Roof Blowdown“ bereits 2007 im amerikanischen Original. Nun ist das Buch aus der Dave-Robicheaux-Reihe bei Pedragon auf Deutsch erschienen. Weiterlesen

Buch: „Norwegen der Länge nach“ von Simon Michalowicz

NorwegenIm Frühjahr 2013 kündigt Simon Michalowicz seinen Job in der IT-Branche und bricht auf um sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Er will Norwegen der Länge nach von südlichsten Punkt am Kap Lindesnes bis zum Nordkap alleine zu Fuß durchwandern und plant dafür vier Monate im nordischen Sommer ein. Die klassische und beschwerliche Tour trägt den Namen und „Norge på langs“ und wird für den Autor zur 140-tägigen Mut- und Bewährungsprobe. In seinem Buch mit dem Untertitel „3000 Kilometer zu Fuß bis zum Nordkap“ beschreibt er die Wanderung vom beschwerlichen Anfang bis zum glorreichen Ende. Weiterlesen

Buch: „Ich Pfeife!“ von Christoph Schröder

1358_01_Schroeder_IchPfeife_4c.inddChristoph Schröder ist freier Autor und Literaturkritiker. An den Wochenenden steht er seit mehreren Jahrzehnten als Amateurschiedsrichter auf hessischen Dorfsportplätzen und leitet Fußballspiele. In seinem aktuellen Buch „Ich pfeife!“ berichtet er auf beeindruckende Weise und dabei stets ruhig und gelassen von seinen persönlichen Eindrücken und Erlebnissen. Er erzählt seltsame, witzige, kuriose, traurige und ergreifende Geschichten aus der Welt der unteren Fußballligen und lässt dabei große Sympathie für die Menschen und die wichtigste Nebensache der Welt durchscheinen. Das Buch beginnt ohne Einleitung oder Vorwort und ist in 12 Kapitel unterteilt. Aufbau und Überschriften richten sich nach dem typischen Ablauf am Tag eines Schiedsrichtereinsatzes: Aufstehen, Tasche packen, Platzbegehung, Warmlaufen, Anpfiff, Halbzeitpause, Die zweite Halbzeit, Spielanalyse, Die dritte Halbzeit, Schlaf finden, Der Morgen danach. Das Buch endet mit einem Epilog, das ein persönliches Fazit nach über 20 Jahren Schiedsrichtertätigkeit formuliert. Weiterlesen

Buch: „Mythos Gitarre“ von Hannes Fricke

MythosGitarreHannes Fricke studierte Germanistik, Philosophie sowie Buchwissenschaft in Göttingen und München. Er hatte Lehraufträge an geisteswissenschaftlichen Fakultäten verschiedener Universitäten und arbeitet als Lektor im Philipp Reclam jun. Verlag. Das Buch „Mythos Gitarre“ erschien bereits Anfang 2013 bei Reclam. Das Buch startet mit einem kurzen, etwas wirren Intro in dem Fricke bereits den weiteren Erzählduktus vorlegt, danach folgen die Kapitel „Rock-Gitarre“, „Volksmusik und Folk“, „Jazz-Gitarre“, „Klassische Gitarre“ und endet mit dem sehr knappen und wiederum etwas wirren Schlusskapitel „Wie könnte es weitergehen?“. Im Anhang befinden sich eine subjektive Auswahl empfehlenswerter Literatur, CDs und DVDs, eine Zeittafel, ein Verweis auf Hörbeispiele (eingespielt vom Autor) und ein Personenregister. Weiterlesen

Foto: Impressionen aus Südböhmen (2015), Teil 2

Zweiter Teil der fotografischen Impressionen aus Südböhmen.
IMG_3271Apfel-Birne-Strudel mit Vanilleeis und Schlagobers im Cafe Strudl, Krumlov.
IMG_3282Strohballen auf abgeerntetem Feld mit Strom- und Telegrafenmast.
IMG_3299Budweiser in Budweis.
IMG_3305Straße zum AKW Temelin mit einsamer Bushaltestelle.
IMG_3313Dom in Pilsen.
IMG_3323Theke und Speisetafel im Supa Supa, Pilsen.

Foto: Impressionen aus Südböhmen (2015), Teil 1

Nach einer Woche Urlaub auf einem Bauernhof am beschaulichen Fuschlsee bei Salzburg brachen wir am letzten Sonntag auf zu einem Roadtrip durch Südböhmen in Tschechien. Die Reise startete in der Drei Flüsse Stadt Passau und führte nach dem Grenzübertritt entlang der Moldau von Volary und Horni Plana die östliche Stauseeseite entlang bis nach Vyssi Brod, Frymburk und Rozmberk nad Vitavou. Zu Beginn jedes Fahrtenabschnitts legte ich Smetanas Vaterland und dabei vorzugsweise den zweiten Satz „Die Moldau“ in den CD-Player und ließ es so lange laufen bis die Kinder von hinten lautstark protestierten und meine täglichen Ausführungen bzgl. lebendige Musikkultur, bürgerlicher Bildung und allerlei Vergleiche mit aktueller Kunstmusik immer früher und unwirscher abgewürgt wurden („Jajaja! Interessiert das hier irgendjemanden? Sprich mit der Hand!“ etc.). Letzten Endes lief dann doch mindestens genau so oft das Album „Random Access Memories“ von Daft Punk, das hatte dann zwar beim besten Willen nichts mit der geplanten Streckenführung zu tun, war aber ehrlich gesagt auch aus meiner Sicht eine willkommene musikalische Abwechslung. Hochkultur kann verdammt anstrengend sein und Smetana ist einfach keine gute Musik für kurvige Autofahrten auf schlechten Straßen bei sengender Hitze. Auch die Tschechen, die ich mit meiner Kulturbeflissenheit beeindrucken wollte (womit sonst?), konnten ganz offensichtlich nicht verstehen, warum wir freiwillig so seltsam wabernde Musik eingelegt hatten und schauten uns stirnrunzelnd und mitleidig hinterher. Wir fuhren dann noch nach Cesky Krumlov, Budweis („Bierchen? Ja, klar doch!“) und komplett ahnungslos nach Temelin, direkt zu auf das größte und umstrittenste Atomkraftwerk Mitteleuropas. Von da aus ganz flott nach Pisek und über Pilsen („Noch ein Bier? Wenn ich schon mal hier bin!“) zurück nach Würzburg. War eine aufregende Reise durch eine kulturell traumatisierte Region, das ist auch heute noch deutlich spürbar. Hier einige fotografische Impressionen (nicht nachbearbeitet), Teil 2 folgt morgen.

IMG_3210Fusion von Donau und Inn in Passau

IMG_3220Blick in die Gassen der Passauer Altstadt.

IMG_3222Segelboot auf dem Lipno Stausee.

IMG_3228Eskymo-Törtchen (Kokos-Sahne-Schoko) in einer kleinen Konditorei in Frymburk.

IMG_3234Eingezäunte Ruine im Zisterzienserkloster in Vyssi Brod.

IMG_3259Blick durch die Gassen auf den Turm des Schlosses in Cesky Krumlov.

Drei Hochzeiten und eine Fotosession

Das war ein harter Ritt. Am vergangenen Samstag waren an einem einzigen Tag drei musikalische Engagements zusammen gekommen, schön über den Tag verteilt und also logistisch machbar, aber natürlich schon eine konditionelle Herausforderung, auch für so alte Showbusiness-Hasen wie mich und meine Bandkollegen. Los ging’s bereits am Vormittag zum Tag des (Elektro-) Fahrrads für die Grünen am Würzburger Vierröhrenbrunnen. Wir spielten von 11-13 mit der Dennis Schütze Acoustic Combo in der Besetzung Gitarre, Banjo, Kontrabass für ein buntes Laufpublikum, das sich aus Grünensympathisanten, überzeugten Zweirädlern, engagierten Bürgern, aber auch aus asiatischen und amerikanischen Touristen und mainfränkischen Wochenendshoppern zusammensetzte. Das Wetter war ideal und es lief alles wie am Schnürchen. Martin Heilig und Patrick Friedel hielten ihre Reden und erzählten davon was in den letzten Jahren in Sachen Fahrrad in Würzburg geschehen ist und was noch zu erwarten ist. Wir spielten dazwischen eine Auswahl von alten und neuen eigenen Songs und hatten einige Zuhörer, die es sich um den Brunnen herum gemütlich machten und aufmerksam dabei waren. Danach sprachen uns noch ein paar Leute an, wir verkauften einige CDs und dann packten wir unser Zeug zusammen und es ging weiter.

Ab 16 Uhr waren wir beim Ringparkfest gebucht, zumindest dachte ich das, denn so stand es im Vertrag, tatsächlich ging es wegen einer kleinen Programmumstellung erst um 17.30 los, war aber kein Problem, direkt vor uns spielte ein nettes Duo eigene Songs und wir lagen solange im Schatten und chillten. Danach ging es pünktlich los in der Besetzung Gitarre, E-Gitarre, Kontrabass, mit gutem Sound von Ralf Duggen und einem sehr entspannten Publikum vor uns auf dem Rasen und weiter hinten auch noch auf den Bierbänken. An der E-Gitarre Jochen Volpert, wir hatten schon ein paar Wochen nicht mehr zusammen gespielt, hatten uns aber jeder gut vorbereitet und spielten konzentriert und auf den Punkt das verabredete Programm. Von dem Gig davor waren Camilo Goitia am Kontrabass und ich selbst bestens warm gespielt und die Stimme geschmeidig geölt. Hat richtig Spaß gemacht und wir ließen uns vom Flow leiten: Einige selten gespielte Songs, offene Formen, feine Solos, teilweise war nicht einmal mehr Blickkontakt erforderlich, weil alles so schön ineinander griff.

Danach schnell zusammenpacken, umziehen und in Anzug und Krawatte weiter nach Weikersheim in die Orangerie des Schlosses zu einer Hochzeit, dort mit den Musikstudenten in der Quartettbesetzung Saxophon, Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug. Tanz und Party von der ersten Nummer bis nachts um viertel nach drei. Um 5:30 war ich zuhause, fix und fertig, aber auch ein bisschen glücklich. Ach ja: Bei der Hochzeit hatte der bestellte Fotograf eine Fotobox aufgestellt mit der in einem automatisierten Verfahren Fotos geschossen, im Postkartenformat ausgedruckt und parallel als JPG zur Übertragung angeboten wurden. Ich war vollkommen begeistert und während wir nach dem Aufbau noch auf die Hochzeitsgesellschaft warteten, habe ich die Band solange Fotos machen lassen bis sie keine Lust mehr hatten und die Aktion gemeinschaftlich boykottierten, hier eine Auswahl der schönsten Ergebnisse.
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